Karmingimpel – Fink mit hochrotem Kopf

Karmingimpel – Fink mit hochrotem Kopf

Schämt er sich oder ist er wütend? Der Karmingimpel hat zu beidem keinen Grund und dennoch leuchtet der Kopf des Finken karminrot. Mehr Informationen im Karmingimpel-Steckbrief.

Aussehen

Wie die meisten in seiner Familie hat der Karmingimpel einen kurzen, kräftigen Finkenschnabel und runde schwarze Augen. Auch mit seiner Größe von 15 Zentimetern liegt er im Finken-Durchschnitt. Trotzdem fügt sich der Karmingimpel nicht in die Schar europäischer Finken, die allesamt leicht miteinander zu verwechseln sind. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Farbe. Das namensgebende Karminrot leuchtet beim Männchen an Kopf, Brust und Bürzel. Das Karmingimpel-Weibchen kleidet sich dagegen mit seinen olivbraunen Federn und rostfarbenen Flügelspitzen eher bedeckt.

Vorkommen

Der Karmingimpel ist in lichten Baumlandschaften mit dichtem Strauchbewuchs zu Hause. Oft sind das Au- und Bruchwälder, teils aber auch Hochmoore oder Siedlungsränder. Für den rotköpfigen Finken am wichtigsten sind üppiger Bewuchs und viele Gebüsche, die er zum Nestbau und als Unterschlupf braucht. Die deutschen Brutgebiete des Karmingimpels befinden sich in Mecklenburg, auf Rügen und an der pommerschen Küste. In Westdeutschland könnt ihr ihn manchmal als Irrgast entdecken. Dort hält er sich aber nur kurz auf: Zwischen Juli und Mitte Mai ist der Karmingimpel in Indien und China im Winterurlaub.
Tatsächlich ist Mitteleuropa nur die äußerste westliche Grenze des Verbreitungsgebiets der Karmingimpel. Sein ursprünglicher Lebensraum reicht nach Osten hin bis zum Pazifik. Erst im letzten Jahrhundert ist er nach Mitteleuropa vorgedrungen, hat sich dort aber bereits auf mehrere Millionen Exemplare vermehrt. Warum der Karmingimpel seinen Lebensraum so radikal erweitert hat, darüber rätseln Ornithologen noch heute.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Trotz seines hochroten Kopfs ist der Karmingimpel selten aggressiv. Meist verhält sich der Fink sehr unauffällig und lässt sich nicht in Revierkämpfe verwickeln. Seine verhuschten Bewegungen ähneln denen des Dompfaffs. Beobachtet ihn am besten tagsüber, wenn er von einer erhöhten Warte aus seinen Gesang vorträgt: Jedes Männchen trägt den flötenden Ruf (wüh oder djüh) in seiner individuellen Spielart vor – und das jede Saison aufs Neue! Und so angenehm, wie der Gesang des Karmingimpels ist, bräuchte er eigentlich auch gar nicht rot anzulaufen.

Foto: © Åsa Berndtsson / flickr.com

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