Krabbentaucher – Seltener Nordsee-Gast

Krabbentaucher – Seltener Nordsee-Gast

Ein bisschen wie ein Pinguin sieht dieser kleine Arktisbewohner aus. Doch auch wenn er keiner ist, könnt ihr trotzdem auf jede Sichtung des Krabbentauchers stolz sein.

Aussehen

Der Krabbentaucher ist der kleinste aus der Familie der Alkenvögel, von denen der bekannteste der bunte Papageientaucher ist. Im Vergleich zu seinem farbenfrohen Verwandten ist der Krabbentaucher mit nur 20 Zentimetern Größe allerdings eher unscheinbar. Kaum größer als ein Star wird der Vogel mit dem seltsamen wissenschaftlichen Namen alle alle. Anders als der Papageientaucher trägt der Krabbentaucher ein schlichtes schwarz-weißes Federkleid. Vom Kopf bis zur oberen Brust und auf dem Rücken hat der Krabbentaucher schwarze Federn; die Bauchseite ist weiß. Der kurze Schnabel und der kurze Schwanz sind beide schwarz. Im Winter sind die Kopfseiten des Krabbentauchers bis zu den Wangen weiß und seinem Gefieder sind Grautöne beigemischt.

Vorkommen

Der Krabbentaucher brütet in der Arktis in großen Kolonien. Im Winter zieht er bis an die Nordsee zwischen Faröer-Inseln und Südnorwegen. In Deutschland kommt er als Ausnahmeerscheinung vor, besonders, wenn der kleine Alkenvogel durch Stürme in die Deutsche Bucht getrieben wird. Dann kann er auch in größeren Gruppen auf Sylt, Wangerooge und sehr selten im norddeutschen Binnenland angetroffen werden. Der Krabbentaucher ist ein Opfer von Meeresverschmutzung und Überfischung, gilt jedoch bisher als nicht gefährdet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Beurteilt den Krabbentaucher nicht nur nach dem Äußeren: Der plumpe Vogel sieht zwar nicht unbedingt flugfähig aus, bewegt sich aber problemlos mit schnellen Flügelschlägen durch die Luft. Meist werdet ihr ihn allerdings mit hängenden Flügeln und eingezogenem Hals im Wasser liegend antreffen. Am liebsten hält er sich weit draußen auf dem Meer auf, sodass ihr die größten Chancen auf eine Sichtung nach Stürmen habt. Wenn ihr einen Krabbentaucher beobachtet, werdet ihr sehen, dass er seinem Namen gut gerecht wird: Um Plankton und Kleinkrebse wie Krill zu erbeuten, taucht er häufig, wenn auch nicht sehr tief. Meist bleibt er etwa eine halbe Minute unter Wasser. Doch sogar so ein kurzer Tauchgang kann ihn zum Verhängnis werden: Wie jüngste Studien zeigen, wird der Krabbentaucher gelegentlich zur Beute von heimtückischen Seeteufeln.

Foto: Alastair Rae (Lizenz: CC BY-SA 2.0) / flickr.com

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