Lebensraum Wattenmeer

Julia Scholz 3. September 2013 1 Kommentar zu Lebensraum Wattenmeer
Lebensraum Wattenmeer

Das Wattenmeer an unserer Nordseeküste ist ein ganz besonderer Lebensraum.  Es gibt viele Pflanzen- und Tierarten, die nur im Wattenmeer leben und sich an die speziellen Bedingungen angepasst haben. Doch auch viele Gäste sind im Verlauf  eines Jahres am und im Watt zu sehen. Wir stellen den Lebensraum und seine Bewohner näher vor.

Was ist das Watt und wie entsteht es?

Ein Wattenmeer steht unter starkem Einfluss der Gezeiten. Große Flächen des Meeresbodens liegen bei Ebbe trocken und bei Flut unter Wasser. Diese Flächen werden als Watt bezeichnet. Die Wattflächen sind von Prielen, tiefen Rinnen, durch die das Wasser bei der Ebbe abläuft, durchzogen. Durch das stete Zusammenspiel von Ebbe und Flut werden auf dem Watt feine Sedimente abgelagert, die die typischen Sand- und Schlickböden bilden.

Extreme Lebensbedingungen im Watt

Die Lebensbedingungen im Wattenmeer sind geprägt durch den Wechsel zwischen Ebbe und Flut. Dieser Wechsel verursacht starke Schwankungen in Temperatur und Salzgehalt der Wattflächen. Trotz und gerade wegen dieser extremen Bedingungen haben sich Pflanzen- und Tierarten entwickelt, die ausschließlich im Watt anzutreffen sind

Wattbewohner in und an unserer Nordseeküste

Die meisten spezialisierten Bewohner des Nordseewatts sind sehr klein, es handelt sich vor allem um Algen-, Seegras- und Pflanktonarten. Aber auch größere Pflanzen, wie der Queller, der auf den salzhaltigen, nur kurz überfluteten Wattflächen wächst, sind nur hier zu finden. Ebenfalls auf das Watt spezialisiert sind die Wattwürmer, die im Schlick der Flächen leben. Auch viele Muschel- und Krebsarten fühlen sich hier wohl. Dank dieser vielen kleinen und größeren Arten ist das Wattenmeer besonders nährreich für Fische und Vögel.

Deshalb und dank der vielen Naturschutzmaßnahmen brüten viele – auch seltene – Küstenvögel im und am Wattenmeer. Dazu gehören verschiedene Möwenarten wie Lachmöwe und Heringsmöwe, aber auch Seeschwalben und viele Limikole, etwa der Säbelschnäbler und der Seeregenpfeifer. Neben den Vogelarten sind aber auch die Kegelrobben der Nordsee bekannt und beliebt.

Rastgebiet und Sammelplatz für Zugvögel

Da die Wattflächen der Nordsee sehr zentral liegen, können jedes Jahr zahlreiche Zugvögel auf der Durchreise beobachtet werden. Einige Vogelarten, etwa der Knutt, rasten zudem während des Vogelzuges an der Nordseeküste, da sie im nährstoffreichen Watt ihre Energiereserven, bzw. Fettvorräte auffüllen können und Kraft für die nächsten Flugstrecke zu sammeln. Brandgänse und Eiderenten sowie zahlreiche andere Vogelarten kommen aus den gleichen Gründen während der Mauser ins Wattenmeer.

Natur- und Vogelbeobachtung im Wattenmeer

Damit das Wattenmeer weiterhin so viele Arten beheimaten kann, muss es geschützt werden. Dazu gehört auch, dass die verschiedenen Vögel nicht bei Brut oder Mauser gestört werden. Wenn Sie selbst am Watt Vögel beobachten oder eine Wattwanderung durchführen wollen, dann schließen Sie sich am besten einer der Exkursionen von Organisationen wie der Schutzstation Wattenmeer an. So vermeiden Sie unnötige Störungen der Tiere und können außerdem sicher sein, einige spannende Wattbewohner zu sehen – schließlich wissen die Experten vor Ort genau, wo ihre Schützlinge zu finden sind.

Diesen Artikel empfehlen

1 Kommentar

  1. Schoas 7. Januar 2017 um 13:04 Uhr

    Was wird wenn Bund/ Land dem Begehren der Sowjetunion nachgibt und weitere Erschließungen des Watts zulässt, um dort neue Ölquellen anzubohren? Das Watt braucht seine Chance, die unzähligen Vogelarten auch und keine Ölteppiche. Ein kleiner Fehler im maroden System der Sowjettechnik und das Wattenmeer ist erledigt. Haben wir nicht genug Beispiele die zur Vernichtung ganzer Arten geführt haben? Ich hoffe auf die Einsicht der Verantwortlichen, hier einen Riegel vor zu
    schieben.

Diskutieren Sie über diesen Artikel