Provencegrasmücke – Rotäugige Heidebewohnerin

Provencegrasmücke – Rotäugige Heidebewohnerin

Die Provencegrasmücke fällt vor allem durch ihre roten Augen und den zarten, angenehmen Gesang auf. Sie besiedelt warme, flache Heidelandschaften.

Aussehen

Die Provencegrasmücke ist ein Singvogel aus der Familie der Grasmückenartigen. Sie wird etwa 12 bis 13 Zentimeter groß. Vor allem die Männchen scheinen auf den ersten Blick komplett dunkel gefärbt; bei genauem Hinsehen enthüllen sich allerdings ihre verschiedenen Farbtöne. Der Kopf ist schiefergrau und geht in einen dunkelbraunen Rücken über. Die Unterseite ist bräunlich rot bis dunkellila. Richtung Bürzel wird der Bauch meist heller. Kehle und Kinn des Männchens sind im Herbst mit weißen Flecken betupft. Ein wichtiges Merkmal ist der extrem lange, schwarz-graue Schwanz. Ebenfalls sehr auffällig ist die orangerote Iris mit dem rötlichen Augenring. Der spitze Schnabel zeigt eine gelbe Basis und wird zur Spitze hin immer dunkler. Die Flügel sind kurz, rundlich und dunkelgrau gefärbt.

Weibchen haben keinen grauen, sondern einen kastanienbraunen Kopf – außerdem fehlt ihnen die rötliche Brust. Davon abgesehen sind sie insgesamt heller und blasser gefärbt. 

Vorkommen 

Die Provencegrasmücke brütet – ja, zum einen natürlich in der französischen Provence. Zum anderen besiedelt sie auch Spanien, Portugal und Italien sowie die Mittelmeerinseln Sizilien, Korsika und Sardinien. Eine weitere Population findet sich sogar im Süden Englands. 

Unser Vogel der Woche schwärmt für warme, offene Landschaften voller Heide und duftender Kräuter. Locker verteilte Büsche und niedriges Gestrüpp sollte ebenfalls vorhanden sein. Häufig trifft man sie in Heidegebieten in der Nähe von Küsten an. 

Verhalten und Wissenswertes

Die Provencegrasmücke ist zwar ein eher scheuer, versteckt lebender Vogel. Doch bei schönem Wetter erklimmt sie gern die obersten Äste von Büschen und Hecken, um dort zu singen. Typisch ist der lange Schwanz, den sie häufig steil aufrichtet oder wie einen breiten Fächer entfaltet. Besonders die Männchen präsentieren sich zur Brutzeit gern mit geschwellter Brust und tragen ihren zarten, sprudelnden Gesang vor. Obwohl er eher leise erklingt, kann man ihn über eine beeindruckende Entfernung hinweg wahrnehmen. 

Zur Brutzeit besetzt jedes Paar ein kleines Revier, welches das Männchen unermüdlich verteidigt. Dazu stellt es häufig die Kopffedern auf, um größer zu wirken. Das Weibchen baut das Nest in niedrigem Gebüsch oder Heidegewächs. Dazu kommen alle möglichen Materialien zum Einsatz: Grasbüschel, Wurzeln, Federn, Wolle und sogar Spinnennetze. Nach einer Brutzeit von knapp zwei Wochen schlüpfen die Jungen. Dann beginnen die Eltern, jede Menge Insekten und kleine Raupen herbeizuschaffen. Nach weiteren zwei Wochen verlassen die Jungen das Nest und die Altvögel starten bald eine weitere Brut. 

Foto: Francesco Veronesi ( CC BY-SA 2.0 )

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