Könige der Küste: Seeadler auf Usedom

Könige der Küste: Seeadler auf Usedom

Die beliebte Ostseeinsel Usedom hält einen ganz besonderen Rekord. Nirgendwo in Deutschland brüten so viele Seeadler wie hier. 

Lebensraum Ostseeinsel 

Der majestätische Greifvogel war früher in weiten Teilen Europas verbreitet, wurde aber lange Zeit schonungslos gejagt. In Deutschland brüten heute wieder gut 500 Paare – etwa 20 davon auf Usedom.

Für die Nahrungssuche braucht der größte Greifvogel Europas (Flügelspannweite bis zu 2,40 Meter) Flüsse, Binnenseen und Meeresküsten. Zum Brüten zieht er sich hingegen in Wälder zurück. Alle diese Lebensräume sind auf Usedom zu finden. Kein Wunder, schließlich ist die Insel ein gewaltiger Naturpark und zieht die verschiedensten Vogelarten an, besonders zu den Zugzeiten. Die Seeadler kann man allerdings das ganze Jahr über auf der Insel beobachten – Ortskenntnis und eine große Portion Glück vorausgesetzt.

Seeadler-Hotspots auf Usedom 

Seeadler sind recht scheu und reagieren empfindlich auf Störungen. In der Nähe der größeren Seebäder sucht man sie also vergeblich. Generell ist nie genau zu sagen, ob man tatsächlich Seeadler antreffen wird. Es gibt aber Bereiche der Insel, in denen die Wahrscheinlichkeit etwas höher liegt. Dazu gehören zum Beispiel der Krienker See und der Schmollensee bei Bansin. Außerdem die Straße von Dewichow Richtung Balm, wo man auf den Schilfgürtel achten sollte.

Auch ganz im Norden der Insel, um den Ort Peenemünde, tauchen die stolzen Jäger gelegentlich auf. Wer Zeit für ausgedehnte Beobachtungstouren hat, wandert am Peenestrom entlang, der Usedom vom Festland trennt. Dort kann man besonders im Bereich der Zecheriner Brücke Glück haben. Auch das Achterwasser, eine ausgedehnte Lagune des Peenestroms, ist einen Besuch wert. Dort solltet ihr euch an der Halbinsel Gnitz orientieren. 

Allgemeine Beobachtungstipps 

Seeadler gehen enge Partnerbindungen ein und treten daher oft zu zweit auf. Das Weibchen ist etwas größer und kräftiger als das Männchen. Mitten im Winter beginnen die Vögel bereits damit, ihren Horst auf einer hohen Baumkrone anzulegen. Mitte März zeigt sich dann, ob sie wirklich brüten. Meist liegt ein Ei im Horst, nur selten sind es zwei oder gar drei.

In der Luft sind die Adler an ihren riesigen, nicht angewinkelten Flügeln und dem keilförmigen weißen Schwanz zu erkennen. Könnt ihr sie im Sitzen erspähen, solltet ihr auf den hellen Kopf, den gelben Schnabel und die unbefiederten Füße mit den starken Krallen achten. Jungvögel bleiben allerdings die ersten fünf Jahre ihres Lebens dunkelbraun und bekommen erst dann die typische Färbung. Wer besonders viel Glück hat, sieht vielleicht sogar, wie die fliegenden Giganten einen Fisch oder Wasservogel erbeuten. In jedem Fall gilt: Fernglas nicht vergessen!

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