Der insektenfreundliche Kräuterkasten

Der insektenfreundliche Kräuterkasten

Mit selbst angebauten Kräutern könnt ihr nicht nur eure eigenen Speisen verfeinern, sondern auch Insekten ein leckeres Buffet bieten.

Nützlinge wie Wildbienen und Hummeln finden in der freien Natur immer weniger Nahrung. Das liegt unter anderem auch daran, dass viele Balkone und Gärten Pflanzen enthalten, die den kleinen Brummern keinen Nektar liefern, sondern „nur“ schön aussehen. Mit einer Auswahl an nützlichen Küchenkräutern ist das anders. Die Blütezeit verschiedener Kräuter ist oft weit über Frühling, Sommer und Herbst verteilt, so dass die Insekten langfristig Nahrung finden.

Eine wichtige Voraussetzung ist aber, einen Teil der Kräuter auch tatsächlich blühen zu lassen. Denn nur so entstehen schließlich Pollen und Nektar. Also: Nicht direkt alles ernten, sondern einen Teil von jeder Kräutersorte stehen lassen und staunen, was sich für schöne Blüten bilden!

Welche Pflanzen eignen sich?

Zu den klassischen, insektenfreundlichen Küchenkräutern gehören zum Beispiel folgende Sorten:

Salbei: Eine sehr beliebte Bienenweide, die von Mai bis Juli blüht. Salbei ist für einen sonnigen, trockenen Standort dankbar und versteht sich sehr gut mit Rosmarin. Als Klassiker gilt der Küchen-Salbei mit seinen zart violetten Blüten.

Thymian: Eine pflegeleichte, sonnenverliebte Pflanze. Thymian kam schon in der Antike bei Husten und Bronchitis zum Einsatz und verleiht mediterranen Speisen ein tolles Aroma. Von Juni bis Oktober erfreut er das Auge (und die Bienen) mit seinen rosa, violetten und weißen Blüten. Noch ein Pluspunkt: Thymian hat einen besonders hohen Nektarwert.

Borretsch: Er wird auch Gurkenkraut genannt und blüht von Mai bis in den September, was ihn bei Bienen besonders beliebt macht. Er mag einen sonnigen Standort und hat gern genügend Platz im Topf. Die sternförmigen Blüten verschönern jeden Salat und die Blätter haben einen zarten Gurkengeschmack.

Zitronenmelisse: Diese wohlduftende Bienenweide neigt dazu, viel Platz einzunehmen und braucht daher einen großen Kasten im Halbschatten. Ihre Blüten sind zwar eher unauffällig, locken aber ab Juni Bienen und Hummeln an. Aus den Blättern der Zitronenmelisse könnt ihr beispielsweise Tee und Sorbet machen.

Ysop: Diese nektarreiche Pflanze blüht von Mai bis Oktober. Sie bildet wunderschöne, violette und rosa Blüten, die Bienen magisch anziehen. Deshalb wird die mehrjährige Gewürzpflanze auch Bienenkraut genannt. Sie braucht einen sonnigen Standort und liefert herb schmeckende Blätter.

Tipps für den Kräuterkasten

Damit ihr langfristig etwas von eurem Kräuterkasten habt, empfehlen sich mehrjährige Stauden. Sie werden nicht zu üppig und lassen sich bei Bedarf gut zurückschneiden. Wählt einen möglichst großen Kasten oder Kübel, damit eure Pflanzen genug Platz haben und nutzt am besten troffreie Erde. Die meisten Kräuter mögen es sonnig oder halbschattig. Wer einen eher schattigen Balkon hat, greift zu Liebstöckel oder verschiedenen Sorten der Minze. Eine hübsche, bienenfreundliche Kletterpflanze findet ihr in der Kapuzinerkresse. Weitere Empfehlungen findet ihr zum Beispiel beim Projekt Bienenretter.

Zu viel gepflanzt? Kräuter eignen sich nicht nur als Verfeinerung von Speisen. Ihr könnt daraus auch Salate, Pesto, Kräuterquark, Kräuterbutter oder aromatischen Tee herstellen. Manche Sorten wie der Lavendel lassen sich wunderbar trocknen und zu kleinen Duftsäckchen verarbeiten.

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