Rötelschwalbe – Insektenjägerin mit Bautalent

Rötelschwalbe – Insektenjägerin mit Bautalent

Die Rötelschwalbe bewegt sich genau so geschickt durch die Luft wie die bekanntere Rauchschwalbe, ist dabei aber etwas gemächlicher unterwegs. Sie ernährt sich von Insekten und klebt ihre Nester aus Lehm zusammen.

Aussehen

Wie es für Schwalben typisch ist, hat auch die Rötelschwalbe einen schlanken, stromlinienförmigen Körperbau, schmale Flügel und einen gegabelten Schwanz. Sie wird etwa 17 Zentimeter lang und ist damit etwas kleiner als die Rauchschwalbe. Das Gefieder am Scheitel und auf dem Rücken ist metallisch blau gefärbt. Am unteren Rücken findet sich erst rostfarbenes, dann helles Gefieder, bevor der dunkle Schwanz beginnt. Die Flügel sind ebenfalls dunkel und tragen keinerlei Muster. Kehle, Brust und Bauch der Rötelschwalbe sind hell cremefarben und tragen ein zartes, dunkles Strichelmuster. Unter dem blauen Scheitelgefieder beginnt das rostbraune Nackenband. Dieses Band unterscheidet die Art übrigens auch von der Rauchschwalbe, da diese Zeichnung bei ihr fehlt. Das Auge ist dunkel, der Schnabel kurz und spitz. Männchen und Weibchen sind übrigens gleich gefärbt, allerdings ist das Weibchen etwas größer und schwerer.

Vorkommen

Die Brutgebiete der Rötelschwalbe liegen in Südeuropa und im Mittelmeerraum. Sie ist bis nach Israel, Syrien, den Iran und Indien verbreitet. Die Rötelschwalben, die in Indien und Afrika brüten, bleiben das ganze Jahr dort, sind also Standvögel. Die europäischen Brutvögel hingegen sind Zugvögel und verbringen den Winter jedes Jahr im Süden der Sahara.

In Mitteleuropa kommen Rötelschwalben immer häufiger als Irrgäste vor. Schon 1855 ließ sich eine von ihnen auf Helgoland nachweisen. Zwischen 1970 und 2010 gab es 82 anerkannte Nachweise der Art in Deutschland. Weil die meisten Beobachtungen während des Heimzugs gemacht werden, nimmt man an, dass manche der Schwalben einfach ein Stück zu weit fliegen. Im März sind die allermeisten Vögel wieder in ihrem „richtigen“ Brutgebiet angekommen.

Unsere Vögel der Woche halten sich am liebsten im sonnenverwöhnten Hügelland auf und brauchen stets die Nähe von Gewässern. Ihre Nester finden sich in felsigen Bereichen, aber oft auch an Brücken oder Gebäuden.

Verhalten und Wissenswertes

Der Gesang der Rötelschwalbe klingt wie ein unterdrücktes Schwätzen, er ist außerdem tiefer und knapper als der Gesang der Rauchschwalbe. Häufig ertönt ein kurzes „zwäit“ oder ein lang gezogenes „djüüi“.

Im Nestbau sind die Rötelschwalben echte Experten. Sie mauern ihre Nester in mühevoller Arbeit an Dächer und Felsvorsprünge und benutzen dazu fast nur Schlamm. Aus vielen kleinen Lehmteilchen entsteht eine Halbkugelform mit enger Eingangsröhre. Damit der Nachwuchs es gemütlich hat, polstern die Eltern das Nest mit Federn und Pflanzenteilchen aus.

Dann kann es losgehen: Beide Eltern brüten die länglichen, reinweißen Eier aus, so dass nach 13 bis 16 Tagen alle Jungen gleichzeitig schlüpfen. Auch die Fütterung der hungrigen Bande nehmen die beiden Altvögel gemeinsam in Angriff. Für die Jagd entfernen sie sich kaum von ihren Brutplätzen. Sie ernähren sich (und den Nachwuchs) fast ausschließlich durch Fluginsekten, die sie geschickt in der Luft fangen. Nach gut 17 Tagen wagen sich die Jungen ans Ende der Neströhre und sehen zum ersten Mal Tageslicht. Eine weitere Woche vergeht, bis sie schließlich ausfliegen. Für die Altvögel geht es danach meist von vorn los: Zwei bis drei Bruten pro Jahr sind bei den Rötelschwalben keine Seltenheit.

 

Titelfoto: Imran Shah (Lizenz CC BY-SA 2.0)

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