Die Rosenseeschwalbe – hübscher Vogel und kleiner Dieb

Die Rosenseeschwalbe – hübscher Vogel und kleiner Dieb

Diese Seeschwalbenart trägt einen ganz besonders schönen Namen. Dahinter steckt jedoch ein äußerst cleverer Brutvogel, welcher sich eine heimtückische Art der Nahrungsbeschaffung ausgedacht hat.

Aussehen

Die Rosenseeschwalbe ähnelt stark der Flussseeschwalbe oder der Küstenseeschwalbe, ist jedoch kleiner und hat einen schlankeren und längeren Schnabel. Dieser ist schwarz und zeigt nur an der Schnabelwurzel eine rote Färbung. Ihr Gesang unterscheidet sich von der Flussseeschwalbe. Anders als die Artgenossin schreit sie ein lautes „kriii“, gefolgt von einem „tschu-ick“. Sie trägt eine schwarze Kappe, ihr Federkleid ist am Bauch leicht rosafarben. Diese Färbung brachte der Schwalbe  ihren Namen ein. Auffällig sind die hinteren langen Schwanzfeder, welche weit über die Flügelspitzen hinausragen. Einen Überblick über die verschiedenen Seeschwalbenarten findet ihr hier.

Vorkommen

Die Schwalbenart ist ein eher seltener Brutvogel in Europa. Sie lebt unter anderem an den Küsten der britischen Inseln und zieht zum Überwintern nach Westafrika. Am liebsten hält sie sich auf flachen felsigen oder sandigen Inseln sowie an ungestörten Stränden an der Küste auf.

Verhalten und Wissenswertes

Die Paarungszeit von Rosenseeschwalben liegt zwischen Mai und Juli. Als Balzritual übergeben die Männchen den Weibchen kleine Fische. Nester werden meist nicht gebaut. Die Weibchen legen ihre Eier einfach in den Sand an durch Grasbüschel geschützte Stellen ab. Weibchen und Männchen wechseln sich beim Brüten ab. Anders als die Fluss- oder die Küstenseeschwalbe verteidigt die Rosenseeschwalbe ihre Eier und Jungvögel nicht sehr intensiv. Es kommt jedoch vor, dass die Schwalbenarten in gemeinsamen Kolonien brüten.

Als Nahrung dienen dem Vogel kleine Meeresfische. Außergewöhnlich ist, dass sich die Schwalbenart bei der Nahrungsbeschaffung immer wieder bei anderen Vögeln bedient. Sie klaut bereits gefangene Fische und kann so auch bei schlechtem Wetter, wenn sich die Fische tief unter der Wasseroberfläche befinden, leicht an Futter kommen. Opfer dieser Diebstähle sind häufig Papageientaucher.

Die Populationsdichte der Rosenseeschwalbe ging jahrelang gefährlich zurück. Dank aktiver Schutzmaßnahmen konnten bestehende Kolonien jedoch erhalten und wieder vergrößert werden. Vor allem Brutkästen, die Jungtiere vor Möwen schützen, helfen den Tieren.

 

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