Rotfußfalke – Geselligkeit in Signalfarbe

Rotfußfalke – Geselligkeit in Signalfarbe

Rotfußfalken sind faszinierende kleine Greifvögel, die so ziemlich alles im Gruppenverband unternehmen und vor allem in den Steppen Osteuropas anzutreffen sind.

Aussehen

Bei den Rotfußfalken hat das Weibchen das auffälligere Erscheinungsbild. Die Oberseite ihres Gefieders ist grau-braun mit einem deutlichen, dunklen Bändermuster. Der Schwanz setzt sich in hellerer Färbung vom Obergefieder ab. Nacken, Kopf und Bauch des Weibchens sind braun-rot-orange, diese Farbe leuchtet vor allem im Sonnenlicht sehr intensiv. Das Gesicht wird von einer schwarzen Augenmaske gezeichnet, dazu kommen eine weiße Kehle und weiße Wangen. Die orangefarbenen Beine sind deutlich zu sehen und bilden einen weiteren Kontrast.

Das Gefieder der Männchen ist vor allem grau, am Rücken etwas dunkler schattiert. Umso auffälliger sind die Wachshaut des Schnabels und der Lidring, beide stark orange. Diese Farbe findet sich auch am unteren Bauch, den Unterschenkeln und den Füßen. Zur Befiederung der Beine sagt man auch „Hosen“.

Diese Vogelart wird nur 30 cm lang und etwa 200 Gramm schwer, der Rotfußfalke ist also ein echtes Leichtgewicht!

Vorkommen

Rotfußfalken sind vor allem in Osteuropa und Zentralasien beheimatet. Weitere größere Populationen gibt es unter anderem in Ungarn und Serbien, kleinere in Italien, Bulgarien, Österreich und sehr selten in Tschechien und Deutschland. Die kalten Monate verbringt der Rotfußfalke im Osten und Norden Afrikas.

Offene Landschaften, die nur gelegentlich von Busch- oder Baumgruppen durchsetzt sind, ziehen den Rotfußfalken ganz besonders an. Daher fühlt er sich in den Baumsteppen seines hauptsächlichen Verbreitungsgebietes ganz besonders wohl. Er kann sich aber auch in waldreicheren Gebieten ansiedeln, vorausgesetzt, dass es dort große Lichtungen gibt.

Wichtige Kriterien für ein Brutgebiet sind vor allem das Nahrungsangebot und die Nistmöglichkeiten, denn Rotfußfalken sind keine talentierten Baumeister und bessern meist alte Nester von Saatkrähen und Elstern ein wenig aus, bevor sie sie benutzen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Einen Rotfußfalken trifft man selten allein, wahrscheinlicher ist eine Gruppe von mehreren Paaren, denn die Art ist ausgesprochen gesellig und macht von der Jagd bis zur Brut am liebsten alles im Gruppenverband. Da Rotfußfalken abends jagen, warten sie oft gemeinsam auf ihrem Steppengehölz sitzend den Tag ab, bis sie sich in die Lüfte erheben, um Insekten zu erbeuten. Dazu gehören Heuschrecken, Grillen, Libellen, Käfer und Schmetterlinge, manchmal werden auch Nagetiere oder kleine Vögel erbeutet. Meist erfolgt die Jagd im Flug, man kann aber auch Gruppen von Rotfußfalken am Boden beobachten, die hüpfend nach Nahrung suchen. Vor allem in Afrika nehmen die Gruppenverbände noch größere Ausmaße an, da auch der Zug dorthin in Gruppen unternommen wird.

Da sich Rotfußfalken größtenteils von Insekten ernähren, haben sie unter dem starken Einsatz von Bioziden zu leiden, die sich beim Verzehr der Insekten in ihrem Körper ablagern und beispielsweise dazu führen, dass Weibchen unbefruchtete oder instabile Eier legen, die beim Brüten zerbrechen. Aufgrund der intensiven und großflächigen Landwirtschaft ist leider nicht abzusehen, dass sich diese Gefährdung in den nächsten Jahren legen wird.

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel