Vogelbeobachtung am Chiemsee

Alexandra Huth 22. September 2016 2 Kommentare zu Vogelbeobachtung am Chiemsee
Vogelbeobachtung am Chiemsee

Der Chiemsee ist der drittgrößte See in Deutschland – noch. Denn immer mehr Geröll kommt aus den Kitzbühler Alpen in den See und lässt ihn nach und nach verlanden. Das mag negativ klingen, für die Vogelbeobachter aber ist es ein Segen.

Seine Lage im Alpenvorland macht den Chiemsee zwar überaus idyllisch und zu einem beliebten Ausflugsziel, doch sie setzt ihn auch permanenten Veränderungen aus. Als Ausschürfung eines Gletschers vor circa 10.000 Jahren entstanden, war der See damals dreimal so groß wie heute. Doch die Mündung der Tiroler Achen, einem in Österreich entspringenden Fluss, schob sich über die Jahre immer näher zum See und führt heute direkt in ihn hinein. Sie trägt eine Menge Geröll, Sand und Schlick aus den Bergen in sich und sorgt so dafür, dass der See immer weiter verlandet. Stellen, an denen die Menschen vor ein paar Jahrzehnten noch schwungvoll ins Wasser springen konnten, sind heute nur noch knietief.

Doch die Vogelwelt (und mit ihr die Vogelbeobachter) schlägt aus dieser Entwicklung Kapital, denn die Flachwasserzonen mit ihren feuchten Ufern und großen Schilfflächen sind ein attraktiver Lebensraum.

Vogelbeobachtung am Chiemsee

Es gibt mehrere lohnende Aussichtspunkte am See und in der Umgebung, das Beobachtungsangebot kann recht stark variieren. Für eine Tour am Chiemsee solltet ihr euch Zeit nehmen und im Sommer auch eure Fahrräder in Betracht ziehen. Auf dem etwa 60 Kilometer langen, autofreien Rundweg erreicht ihr nämlich alle Aussichtspunkte. Zwischen Mai und September dreht außerdem ein Shuttlebus mit Radanhänger seine Runden um den See, so dass ihr euch auch bequem ein Stück mitnehmen lassen könnt.

In der Hirschauer Bucht könnt ihr größere Trupps von Schnatter-, Spieß-, Krick- und Reiherenten beobachten, dazu Kolben- und Löffelenten. Im Winter tauchen auch mal Samtenten auf. Zu den Highlights an dieser Stelle gehören außerdem Große Brachvögel, die nach Nahrung suchen, und Seeadler, die in manchen Wintern am Chiemsee ihr Quartier aufschlagen.

Für die Beobachtung verschiedener Limikolen zur Zugzeit ist der Irschener Winkel bei Felden/Bernau der richtige Fleck. Am Aiterbacher Winkel wiederum ist die Chance auf Schwarzhals-, Rothals– und Zwergtaucher groß.

Auch am Ganszipfel lohnt es sich, einen längeren Stopp einzulegen, allein schon um den malerischen Blick über die Fraueninsel und die Berge im Hintergrund zu genießen. Hier zeigen sich im Winter Bergpieper, Schafstelze und Großer Brachvogel, Rohrsänger und –ammern leben im Schilf und ab und zu tauchen sogar Blaukehlchen und Eisvögel auf.

Weitere Tipps

Der Chiemsee bietet neben seiner Vogelwelt natürlich noch weitere Sehenswürdigkeiten. Auf der Herreninsel thront Schloss Herrenchiemsee, außerdem können dort die seltenen Hufeisennasen beobachtet werden.

Auf der Fraueninsel dominiert die ruhige, malerische Atmosphäre. Im Sommer könnt ihr dort eine große Blumenpracht bewundern und sicher verstehen, dass es schon lange zahlreiche Maler auf die Insel zieht.

Mit der Seilbahn gelangt ihr auf die Kampenwand oder den Hochfelln und genießt einen wunderbaren Blick, der an klaren Tagen bis nach München reichen kann.

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2 Kommentare

  1. Johannes Reitsamer 11. März 2020 um 16:05 Uhr

    Hallo.
    Danke für die schön aufbereitete Übersicht. Zusätzliche Infos zu offiziellen Parkplätzen wären noch sehr hilfreich.
    lg

    • Alexandra Huth 20. März 2020 um 12:23 Uhr

      Hallo Johannes,

      vielen Dank für dein Feedback und beste Grüße aus der Redaktion!

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