Spatelente – Nordischer Dickkopf

Spatelente – Nordischer Dickkopf

Aussehen 

Die Spatelente hat einen kräftigen Körperbau und wird etwa 55 Zentimeter groß. Wie so oft fallen die Männchen durch ihr kontrastreiches Prachtkleid auf. Sie haben einen großen, ovalen Kopf, der im Prachtkleid tiefschwarz gefärbt ist. In der Sonne schimmert das Kopfgefieder violett. Zwischen den gelben Augen und dem kurzen, dunklen Schnabel befindet sich ein weißer Fleck. Brust und Bauch sind rein weiß, der Rücken schwarz.  Auf den schwarzen Flügeln sind weiße Flecken streifenartig angeordnet. 

Die ausgewachsenen Weibchen haben einen ebenso großen, allerdings braunen Kopf. Hals und Brust sind hell verwaschen, das restliche Gefieder graubraun. Genau wie die Männchen haben die Weibchen gelbe Augen und orangefarbene Füße. 

Die Art sieht der Schellente sehr ähnlich; unterscheiden kann man sie am besten anhand ihrer verschiedenen Brutgebiete. 

Vorkommen 

Das Brutgebiet umfasst Nordamerika, Kanada, Grönland und Island. Als Irrgast verschlägt es die Spatelente häufig nach Großbritannien und Norwegen. Die isländische Population (1.500 bis 1.800 Individuen) bleibt das ganze Jahr über auf der Insel und zieht im Winter lediglich an die Küste um. In der Brutzeit besiedeln die Enten am liebsten kleine Gewässer in der Nähe von Wäldern oder zerklüfteten Felsen. 

Verhalten und Wissenswertes 

Unser Vogel der Woche ernährt sich hauptsächlich von Krebs- und Weichtieren sowie von Wasserinsekten. Weiter unten auf dem Speiseplan stehen Meeresalgen, Wasserpflanzen und kleine Fische. Die Spatelente ist ein geschickter Taucher und sucht im Winter auch gruppenweise nach Nahrung. 

Die Brutzeit der Spatelenten beginnt im Mai. Zum Nisten suchen sie sich meist Baumhöhlen in mittlerer Höhe. Ist keine zu haben, arrangieren sie sich auch mit Felsspalten oder Erdhöhlen. In Island nisten manche Spatelenten sogar in Spalten von Lavafeldern. Ist ein Nistplatz gefunden, polstern die Enten ihn mit Daunen aus. Ende Mai bis Anfang Juni beginnen die Weibchen, ihre Eier zu legen. Ein Gelege besteht meist aus 10 bis 14 Eiern! Wenn die Jungen dann Ende Juni schlüpfen, hat das Weibchen reichlich damit zu tun, alle zu wärmen. Ihre Nahrung suchen sich die Küken von Anfang an selbstständig. Vorher müssen sie allerdings schon einige Hürden überwinden. Zuerst steht der Sprung aus der Bruthöhle an, danach der gefährliche Weg zum Gewässer, wo ihnen Raubtiere auflauern können. Erst nach knapp zwei Monaten sind die Jungen flügge. 

Foto: Fyn Kynd ( CC BY 2.0 )

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