Stelzenläufer – Elegantes Langbein

Stelzenläufer – Elegantes Langbein

In Spanien trägt der Stelzenläufer den Spitznamen „Störchlein“ – was angesichts seiner langen, roten Beine auch kein Wunder ist. Aber es gibt noch mehr über den kleinen Vogel zu erfahren.

Aussehen

Der Stelzenläufer verdient seinen Namen zweifellos, denn seine dünnen, roten Beine sind so lang, dass sie 60 Prozent seiner Gesamtgröße ausmachen! Im Flug ragen sie rund 16 Zentimeter über die Schwanzspitze hinaus. Auch der Schnabel ist lang, gerade und sehr dünn, so dass er wie eine schwarze Nadel wirkt. Kopf, Nacken, Brust, Bauch und Oberschwanzdecken sind bei den Altvögeln weiß. Manche haben eine schwarze Hals- und Kopffärbung, die bei den Männchen oft noch etwas stärker auftritt. Sie reicht aber trotzdem nicht aus, um das Geschlecht zu bestimmen. Besser geeignet sind da Rücken und Schultern. Bei Männchen haben sie einen grünlichen, bei Weibchen einen braunen Schimmer.

Im Flug fallen neben den langen Beinen auch die komplett schwarzen Flügel auf, die wie spitze Dreiecke vom Körper abstehen. Den Hals hält der fliegende Stelzenläufer immer lang ausgestreckt.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche brütet hauptsächlich im südlichen Mitteleuropa, am Kaspischen und Schwarzen Meer sowie in der Türkei. Manchmal fliegt er aber noch weiter nordwärts und landet zum Beispiel in der Schweiz oder Südfrankreich. Den Winter allerdings verbringen alle Stelzenläufer in Afrika –  sie sind damit typische Langstreckenzieher.

Durch seine langen Beine kann der Stelzenläufer wunderbar im Wasser nach Nahrung suchen, ohne dass eine Feder nass wird. Daher bevorzugt er Flachwasserzonen in Lagunen, Salinen und Steppenseen.

Verhalten und Wissenswertes

Beim Picken im Wasser bringt der Stelzenläufer vor allem Wasserinsekten, Weich- und Krustentiere, Kaulquappen und kleine Fische zum Vorschein. Seine langen Beine verschaffen ihm den Vorteil, auch in tieferes Wasser vordringen zu können. Dort hat er dann keine Konkurrenten mehr – außer natürlich seine Artgenossen. Aber die Vögel fressen ohnehin meistens in Gruppen.

Während der Balz von März bis Mai sind die hohen, lauten Rufe der Stelzenläufer weithin hörbar. Paare unternehmen oft gemeinsame Erkundungsflüge, um einen geeigneten Brutplatz zu finden. Dieser liegt im Idealfall auf einer kleinen Insel oder einem anderen geschützten Ort, den Wiesel und Füchse nicht erreichen können.

Das Weibchen legt vier grüne Eier mit dunklen Flecken in die Nestmulde am Boden. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Küken und beginnen sofort, gemeinsam mit ihren Eltern die Umgebung zu erkunden.

Stelzenläufer sind sehr beherzte Eltern und verteidigen ihren Nachwuchs gegen jede Gefahr – egal, wie groß sie ist. Greifvögel werden ebenso angegriffen wie Kühe oder Pferde, die dem Brutplatz zu nahe kommen. Manche Altvögel führen in bedrohlichen Situationen auch einen so genannten „Tanz“ auf. Dabei tun sie so, als wären sie flugunfähig, um die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich zu lenken.

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