Sumpfläufer – Skandinavischer Moorbewohner

Sumpfläufer – Skandinavischer Moorbewohner

Der sympathische Sumpfläufer brütet in recht großer Zahl bei unseren skandinavischen Nachbarn, kommt aber während des Zug auch in Deutschland vorbei.

Aussehen

Der Sumpfläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel und wird etwa 17 Zentimeter groß. Seine Flügelspannweite kann bis zu 40 Zentimeter betragen. Insgesamt tritt er als gedrungener, langschnäbliger Watvogel mit weit hinten angesetzten Beinen auf. Ein wichtiges Merkmal ist der recht lange, dunkelbraune Schnabel. Er hat eine kräftige Basis und ist mit Ausnahme der nach unten gebogenen Spitze weich und flexibel.

Das Prachtkleid zeigt relativ viele Kontraste und ist daher gut zu erkennen. Den grundsätzlich dunklen Kopf schmückt ein gegabelter, weißer Überaugenstreif. Die Oberseite ist schwarz mit weißen und braunen Federsäumen, die sich im Laufe der Brutsaison abnutzen und schmaler werden. Die Brust trägt ein dichtes, schwarz-graues Strichelmuster, das in pfeilförmige Flecken an den Seiten übergeht. Der Bauch und die Unterschwanzdecken sind hingegen weiß.

Im Schlichtkleid ist die Oberseite grau mit schwarzen Strichen, der Vogel wirkt insgesamt weniger kontrastreich. Das Jugendkleid ähnelt dem Prachtkleid, hat aber breitere Federsäume (dadurch Ähnlichkeit mit jungem Alpenstrandläufer) und eine zarte, schwarze Bruststrichelung.

Vorkommen

In Europa umfasst das Verbreitungsgebiet der Sumpfläufer vor allem Norwegen, Schweden und Finnland. Von Skandinavien aus zieht es sich weiter in Richtung Osten und berührt auch Russland und Sibirien.

Im Brutgebiet bevorzugen die Sumpfläufer, wie der Name schon vermuten lässt, schlammige Feucht- und Moorflächen. Diese sind im besten Fall von offenen Wasserflächen begrenzt.

Sumpfläufer sind Zugvögel und überwintern in Ostafrika (zum Beispiel Rotes Meer und Golf von Aden) sowie in Südwestasien (Arabisches Meer, Persischer Golf). Auf dem Zug in diese Gebiete rasten die Vögel teilweise auch in Deutschland. Meist halten sie sich dann an den Küsten auf; das Watt der Nordsee ist ein beliebter Zwischenstopp. Aber auch an sumpfigen Ufern oder Schlammflächen im Binnenland kann man ihre langen Schnäbel zur Zugzeit entdecken. Der Herbstzug findet von Juli bis September und der Frühjahrszug ab Ende Mai statt.

Verhalten und Wissenswertes

Die Stimme des Sumpfläufers klingt wie ein trockenes, brummendes „dsrüit, dsrüit“, manchmal aber auch wie ein hohles „dk dk“.

Mit dem langen Schnabel fischt unser Vogel der Woche seine Nahrung von der Wasseroberfläche oder pickt sie aus dünnem Schlamm heraus. Auf dem Speiseplan steht hauptsächlich tierische Nahrung: Schnecken, Wasserkäfer, Insekten und deren Larven, Muscheln und kleine Krebse.

In der Brutzeit wirbt das Männchen mit einem Singflug um seine Angebetete und legt mehrere Nistmulden an, von denen das Weibchen eine aussucht. Die Eltern legen ihre Mulde mit Grashalmen, Moosen und Blättern aus und sorgen dafür, dass sie gut geschützt ist. Gegen Ende Juni legt das Weibchen ihre Eier. Anschließend teilen sich beide Elternteile das Brüten, bis nach weiteren drei Wochen die Jungen schlüpfen.

Beitragsbild: Sreedev Puthur (Lizenz: CC BY-SA 4.0), via Wikimedia Commons

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