Interview mit Gebauer Wildphotography

Interview mit Gebauer Wildphotography

Manche Menschen wissen einfach schon seit ihrer Kindheit, welchen Beruf sie einmal ausüben wollen oder womit sie sich ihr Leben lang beschäftigen werden. Bei Axel Gebauer sind es Tiere und er hat sich seine Leidenschaft in vielen Hinsichten zum Beruf gemacht. Der Verhaltensbiologe leitete von 1985 bis 2010 den Tierpark Görlitz, dann verschlug es ihn in noch wildere Natur. Als selbstständiger Tierfotograf ist er in Deutschland und der ganzen Welt unterwegs, sein aktuelles Kernprojekt dreht sich um den Roten Panda im Himalaya. Über ihn und andere faszinierende Tiere wird 2017 eine Dokumentation erscheinen – denn Filme macht Axel Gebauer seit 2009 auch noch.

Bei seinem Projekt „Roter Panda“ wurde Axel Gebauer von Eschenbach Optik mit 5 Ferngläsern arena D 8×42 unterstützt. Sie sind ihm und den Mitarbeitern des Red Panda Network Nepal eine große Hilfe bei der Beobachtung und Bestandsaufnahme der seltenen Tiere.

Im Interview berichtet der Fotograf von seinen Reisen, den Begegnungen mit dem Roten Panda und absichtlich verwackelten Fotos.

Interview mit Axel Gebauer

Wie entstand Ihre Liebe zu Tieren? Gab es in Ihrer Kindheit ein besonderes Ereignis?

Mein Vater war Jäger. Er brachte mir die Liebe zur Natur bei. Und als Schüler arbeitete ich in den Ferien mehrmals im Berliner Tierpark. Dabei entstand der Wunsch, einmal Zoodirektor zu werden.

Fotografieren Sie lieber Tiere oder Landschaften? 

Tiere sind meine Favoriten. Da kann man mit ein wenig Glück und viel Geduld unerwartete und neue Dinge erleben.

Stimmt es, dass der Rote Panda Ihr Lieblingstier ist? Was fasziniert Sie so an ihm?

Ja, der Rote Panda ist eins meiner Lieblingstiere. Während meiner Zeit als Direktor des Naturschutz-Tierparks Görlitz habe ich die Art kennenlernen dürfen und deren Jungenaufzucht intensiv studiert. Die Faszination liegt auf emotionaler Ebene (das schönste Säugetier auf Erden, wie ihn sein Entdecker F. Cuvier nannte) und auf wissenschaftlicher. Über seine Lebensweise in freier Wildbahn ist noch sehr wenig bekannt.

Wie laufen die Arbeiten an Ihrem Dokumentarfilm über den Roten Panda?

Sehr gut, weil ich ausgesprochen gute Unterstützung durch die Kenner vor Ort habe, beispielsweise die Mitarbeiter des Red Panda Network in Nepal. Wir haben inzwischen das umfangreichste Filmmaterial von freilebenden Roten Pandas.

Für Ihre Fotos waren Sie unter anderem schon in Nepal, China und Tibet unterwegs. Gibt es ein Ereignis von Ihren Reisen, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? 

Ich nenne nur das allerletzte: ein Roter Panda, der ohne Scheu bis auf 5 m an mich herankam und dann im Dickicht verschwand.

In einem Bericht über Ihre Ausstellung „Out of Focus“ von 2014 steht, dass Sie die Fotos nicht nachträglich
bearbeitet haben. Viele von ihnen sehen aber aus wie impressionistische Gemälde. Welche Techniken haben Sie dafür beim Fotografieren genutzt?

Um es kurz zu sagen: Es sind einfach „Wackelbilder“, daher Fotos, die mit bewegter Kamera aufgenommen wurden.

In dem Bericht war auch zu lesen, dass Sie Bioakustiker sind. Was kann man sich darunter vorstellen?

Ich habe in Berlin Biologie mit der Spezialisierung Verhaltenswissenschaften/Bioakustik bei Prof. Dr. Günter Tembrock studiert und da unter anderem die Lautgebung von Spechten (vor allem das Trommeln) in meiner Diplomarbeit oder das Lautrepertoire der Antarktisseeschwalbe in meiner Dissertation untersucht.

Seit 2009 machen Sie auch Filme. Mussten Sie dafür viel umlernen, sich einen anderen Blick aneignen?

Es ist einfacher, wenn man als Fotograf zum Film kommt. Da weiß man in der Regel, was gute Bilder sind. Die Techniken und Prinzipien der Filmerei kann man sich dann verhältnismäßig schnell aneignen.

  • Auf seiner Internetseite findet Ihr Axel Gebauers Fotogalerie (natürlich sind bei ihm auch Aufnahmen von Vögeln vertreten!), einige Videos und weitere Informationen zu seinen Projekten.

Fotos: © Gebauer Wildphotography

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