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Haussperling: Geselliger Kulturfolger

Haussperling: Geselliger Kulturfolger

Heute wird der Begriff „Spatz“ oft als Kosename verwendet. Das war jedoch nicht immer so: Aufgrund seiner Vorliebe für Körner galt der Haussperling früher als Schädling. König Friedrich der Große setzte sogar ein Kopfgeld auf die kleinen Vögel aus. Die Folge war jedoch eine starke Zunahme schädlicher Insekten, weshalb das Kopfgeld schon bald wieder abgeschafft wurde. Heute genießt der Haussperling einen deutlich besseren Ruf und zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Singvögeln in Deutschland.

Aussehen

Der Haussperling (Passer domesticus) erreicht eine Körpergröße von 14 bis 16 cm. Er wirkt eher gedrungen und besitzt einen im Verhältnis zum Körper großen Kopf. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben einen kräftig schwarz-braun gestreiften Rücken. Während die Weibchen ansonsten eher unauffällig grau-braun gefärbt sind, tragen die Männchen eine schwarze Kehle mit schwarzem Latz, einen grauen Scheitel, graue Wangen sowie einen braunen Kopfstreifen.

Vorkommen

Mit Ausnahme weniger Regionen – etwa der Polargebiete sowie Teilen Sibiriens und Chinas – ist der Haussperling nahezu weltweit verbreitet. Selbst im Himalaya kommen Populationen vor. In einigen Gebieten wird er durch nahe Verwandte ersetzt, beispielsweise durch den Italiensperling.

Als Kulturfolger ist der Haussperling in nahezu allen menschlichen Siedlungsräumen anzutreffen. Besonders häufig lebt er auf oder in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, in Parkanlagen, Vorstadtgebieten und Kleingartenanlagen. Voraussetzung für sein Vorkommen sind ganzjährig verfügbare Sämereien und Getreide sowie geeignete Nistmöglichkeiten.

Der Haussperling gilt derzeit als nicht gefährdet und weist insgesamt stabile Bestandszahlen auf. In Deutschland wird der Bestand auf etwa 4,5 bis 6,5 Millionen Brutpaare geschätzt.

Tipps zur Beobachtung

Durch seine enge Bindung an den Menschen und seinen großen Bestand lässt sich der Haussperling leicht beobachten. Sein typisches „Tschilp“ dürfte den meisten Menschen vertraut sein. Bei Erregung wird aus dem ruhigen Rufen jedoch ein lautes Zetern.

Auch bei der Wahl seiner Brutplätze zeigt sich der Haussperling ausgesprochen anpassungsfähig. Er brütet in Nischen, Höhlen und sogar frei. Geschützte Hohlräume an und in der Nähe von Gebäuden nutzt er ebenso wie Nistkästen, Schwalbennester oder Spechthöhlen. Mitunter lebt er sogar als „Untermieter“ in Storchennestern.

Der Haussperling kann leicht mit dem Feldsperling verwechselt werden. Erkennbar ist der Haussperling vor allem am grauen Scheitel des Männchens, während der Feldsperling eine braune Kopfkappe und schwarze Wangenflecken besitzt.