Verrückte Balzrituale aus der Vogelwelt

Verrückte Balzrituale aus der Vogelwelt

Die Balzrituale in der Vogelwelt sind vielschichtig und äußerst kreativ. Da in den meisten Fällen die Männchen um die Weibchen werben, ist ihr Federkleid bunter und spektakulärer. Doch damit nicht genug: Sie legen ausgefallene Verhaltensweisen an den Tag, um den Weibchen zu imponieren. Wir haben euch eine Übersicht verrückter Rituale während der Balz zusammengestellt.

Gefühlvolle Tänzer

Einige Vogelarten sind wahre Tanz-Spezialisten. Kragenparadiesvögel zum Beispiel reinigen ihren Balzplatz vor dem Tanz von Blättern und Zweigen. Wenn ihre Bühne bereit ist, legen sie mit den trippelnden Tanzschritten los. Dazu fächern sie ihre Schwanzfedern eindrucksvoll auf. Blaufußtölpel wiederum präsentieren ihre blauen Füße vor dem Weibchen mit stolzierenden Schritten.

Andere Vogelmännchen führen ihre Tanzfähigkeiten nicht allein vor, sondern treten auch in ganzen Gruppen auf. So zum Beispiel bei den Gelbhosenpipras, die in ihre Choreografie einen Moonwalk-ähnlichen Tanzschritt einbauen. Dazu geben sie passende Soundeffekte von sich. Flamingos suchen sich jedes Jahr eine neue Partnerin. In größeren Gruppen führen sie eine einstudierte Choreografie aus Schritten, Kopfbewegungen und Flügelspreizen vor.

Wahre Architekten

Neben tänzerischen Fähigkeiten präsentieren einige Vögel auch ihren Einrichtungsgeschmack. Der Seidenlaubenvogel errichtet für die Balz eine Laube aus Zweigen, die immer in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet ist. Darin platziert er blaue und gelbe Gegenstände, wie Blüten, Federn, Insekten, Beeren, Schneckenhäuser, Glasscherben oder Zivilisationsmüll. Vor der Laube wirbt das Männchen nun lautstark um potenzielle Partnerinnen. Auch Hüttengärtnermännchen vollbringen architektonische Meisterleistungen: Sie bauen Nester mit einem Durchmesser von rund zwei Metern und platzieren darin verschiedene bunte Gegenstände.

Über das Wasser laufen und in den Tod stürzen

Renntaucher laufen für ihre Balz über das Wasser. Dazu bewegen sie sich mit 14 bis 20 Schritten pro Sekunde vorwärts. In kleinen Gruppen sprinten sie gemeinsam über die Wasseroberfläche und legen dabei in wenigen Sekunden bis zu 20 Meter zurück.

Um herauszufinden, wie körperlich fit der jeweilige Partner ist, stürzen sich Weißkopfseeadler gemeinsam aus luftigen Höhen in die Tiefe. „Todesspirale“ wird das Ritual genannt. Erst kurz vor dem Boden trennen sich die Vögel voneinander und fangen sich ab. Wenn sich ein Pärchen gefunden hat, bleibt es ein Leben lang zusammen.

 

Foto: USFWS Mountain-Prairie (Lizenz CC BY 2.0)

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