Vogelparadies am Tagebau: Die Königshovener Höhe

Vogelparadies am Tagebau: Die Königshovener Höhe

Ein Tagebau ist zunächst eine offene Wunde in der Landschaft. Doch im Fall der Königshovener Höhe in Nordrhein-Westfalen verheilt sie wunderbar und erschafft sich als Naturparadies neu, was auch vielen Vögeln nicht entgeht.

Neu geschaffene Natur

Unser Beobachtungsgebiet ist Teil des Rheinischen Braunkohlereviers zwischen Köln, Aachen und Mönchengladbach. Die Königshovener Höhe ist das ehemalige Abbaugebiet des Tagebaus Garzweiler. Während sich die Braunkohlegrube immer weiter verschiebt, wird das bereits ausgebaggerte Gebiet wieder in Natur verwandelt. Landwirtschaftliche Rekultivierung nennt sich das. Im Klartext: auf den nicht mehr bearbeiteten Flächen wird zunächst wieder Erdreich aufgeschichtet, dann können Blühstreifen, Bäume, Feldgehölze und Hecken gepflanzt werden.

Natürlich entstehen auch landwirtschaftlich genutzte Felder, aber insgesamt ist die Landschaft vielfältiger und attraktiver als vor dem Tagebau – trotz Windpark. Deshalb ist es kein Wunder, dass viele Vögel des Offenlandes die Königshovener Höhe als Brut- und Rastplatz nutzen, von der Pflanzenwelt und einer Vielzahl an Säugetieren und Insekten (allein 647 Schmetterlingsarten in der Königshovener Mulde) ganz zu schweigen.

Vogelbeobachtung auf der Königshovener Höhe

Das Gebiet ist bei den trällernden Feldlerchen beliebt, die vor allem im Frühling und Sommer nicht zu überhören sind. Doch auch Schwarzkehlchen und Grauammern singen in den Hecken und Bäumen, Dorn- und Klappergrasmücken gesellen sich hinzu und Wiesenpieper, Neuntöter und Steinschmätzer gehen ihren ganz eigenen Geschäften nach. Ihr könnt sie beim Staubbad auf den Wegen, bei der Insektenjagd und womöglich auch schon beim Nestbau beobachten.

Haben die Schwarz- und Braunkehlchen Nachwuchs bekommen, sind sie später im Jahr zusammen auf Insektenjagd und durchstreifen die Hecken. Im Hochsommer könntet ihr Glück haben und an den Gehölzstreifen einen leuchtend bunten Bienenfresser entdecken.

Im Herbst könnt ihr auf der Königshovener Höhe auf rastende Goldregenpfeifer und Mornellenpfeifer stoßen, die sich vor allem auf den Feldern aufhalten.

Was den Winter angeht, wartet er vor allem mit Silberreihern, Kornweihen und Merlinen auf. Wenn ihr viel Glück habt, zeigt sich euch vielleicht auch ein Raufußbussard oder eine Sumpfohreule.

Greifvögel sind auf der Königshovener Höhe generell gut vertreten, man sieht das ganze Jahr über Turmfalken, Sperber, Mäusebussarde, Wanderfalken und auch Habichte. Im Herbst kreisen Korn- und Wiesenweihen über den Feldern, begleitet von Rot- und Schwarzmilanen.

  • Genauere Infos zur Rekultivierung der Königshovener Höhe findet ihr hier.
  • Hier gibt es ausführliches Bildmaterial direkt aus dem Gebiet.

 

Foto: Bert Kaufmann (Lizenz: CC BY 2.0)

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6 Kommentare

  1. Luc De Brabant 11. Februar 2017 um 15:00 Uhr

    Wo ist hier eigentlich der beste Beobachtungsplatz und wie kommt man dahin??

    • Christian Kolbe 13. Februar 2017 um 10:49 Uhr

      Hallo,

      an der Königshovener Höhe bietet es sich an, einfach die Wege und Hecken rund um den Tagebau genauer in Augenschein zu nehmen, um auf Vögel zu treffen.

      Beste Grüße aus der Redaktion!

  2. Helmut Kruse 11. Dezember 2017 um 13:23 Uhr

    …naja…das Gebiet ist ja nun extrem groß…eine etwas genauer Beschreibung wäre schon hilfreich 😉

    • Christian Kolbe 12. Dezember 2017 um 11:30 Uhr

      Hallo Helmut,

      stimmt, die Königshovener Höhe ist weitläufig und wir können sie nur allgemein als Vogelbeobachtungsgebiet empfehlen. Aber das ist gerade das Besondere: Auf den rekultivierten Flächen sollten sich nahezu überall gute Beobachtungen ergeben. Falls Du Erfahrungen oder Tipps hast, immer gern her damit 🙂

      Beste Grüße aus der Redaktion!

  3. Klaus 3. Juli 2018 um 11:49 Uhr

    Wo kann man denn dort am besten sein Auto abstellen?
    Vielen Dank Klaus

    • Alexandra Huth 3. Juli 2018 um 12:53 Uhr

      Hallo Klaus,

      Du kannst dein Auto zum Beispiel in Grevenbroich abstellen und dann über die Erftstraße ins Gebiet gelangen. Bei Frimmersdorf gibt es außerdem einen Parkplatz an der Königshovener Mulde.

      Beste Grüße aus der Redaktion!

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