Meisen unterscheiden: Kniffligere Fälle

Meisen unterscheiden: Kniffligere Fälle

Wie gut könnt ihr Meisen unterscheiden? Im Alltag, wo Kohl- und Blaumeisen den Ton angeben, ist das ein Kinderspiel. Aber wie erkennt man Tannen-, Sumpf- und Weidenmeise?

Meisen unterscheiden: Die Tannenmeise

Die Tannenmeise ist am leichtesten zu erkennen. Mit ihren 11 Zentimetern Körpergröße ist sie die kleinste Vertreterin der Meisen. Das Gefieder an Rücken und Flügeln zeigt eine blaugraue Färbung. Als einzige in ihrer Familie hat die Tannenmeise eine doppelte Flügelbinde (die dünnen, weißen Striche auf den Flügeln). Die Flanken zeigen einen zarten, hellbraunen Farbton, der ins weiße Bauchgefieder übergeht. Das schwarze Kopfgefieder wird von einem weißen Nackenfleck (wichtig!) und den großen, weißen Wangenflecken unterbrochen. Den schwarzen Scheitel kann die Meise zu einer winzigen Haube aufstellen.

Der Brutbestand liegt in Deutschland bei etwa 1,7 Millionen Paaren. Die kleine Meise kommt hauptsächlich in Nadelwäldern vor. Sie fühlt sich aber auch Parks, Gärten und auf Friedhöfen wohl, wo ihr vielleicht einen Blick auf sie erhaschen könnt. Mit ihren zangenartigen Krallen kann sie sich sogar kopfüber an Zweigen entlanghangeln. Sie trinkt Wassertropfen, die an Ästen und Blättern hängen und nimmt manchmal Bäder im Schnee.

Ihr Gesang ist ein quietschendes, wiederholtes „wietzu wietzu wietzu“. Der Ruf klingt wie ein spitzes, pfeifendes „tii-e“.

Meisen unterscheiden: Die Sumpfmeise

Die Sumpfmeise ist schlichter gefärbt als die Tannenmeise, außerdem wird sie ein wenig größer. Auch bei ihr finden wir einen weißen, an den Seiten leicht beige gefärbten Bauch. Der Rücken ist braun, ebenso wie die Flügel. Sie hat eine schwarze, glänzende Kopfoberseite und weiße Wangen, aber nur einen kleinen, schwarzen Kinnfleck, direkt unter dem Schnabel.

Sumpfmeisen leben zwar nicht nur in Sümpfen, bevorzugen aber feuchtere Laub- und Mischwälder. Auch sie tauchen in Gärten, Parks und auf Friedhöfen auf, besonders wenn dort ältere Bäume zu finden sind. An winterlichen Futterstellen fallen sie auf, weil sie gern gleich mehrere Samenkörner einsammeln, wegtragen und verstecken.

Wichtig ist auch die Stimme: Ein scharf tönendes „tjü“ oder ein aufgeregtes „zij-dädädäc“ sind die Erkennungstöne der Sumpfmeise.

Meisen unterscheiden: Die Weidenmeise

Nun wird es knifflig, denn die Weidenmeise sieht der Sumpfmeise sehr ähnlich. Ein wesentlicher Unterschied ist zum Beispiel das helle Armschwingenfeld, das bei der Sumpfmeise fehlt. Außerdem ist die schwarze Kopfplatte der Weidenmeise nicht glänzend, sondern matt. Ihr Kinnfleck ist größer und die Wangenflecken sind von einem reineren Weiß als die der Sumpfmeise. Genau wie ihre Verwandte wird sie etwa 12 Zentimeter groß, hat aber einen größeren Kopf- und Halsbereich als die Sumpfmeise.

Weidenmeisen tauchen recht selten an Futterstellen auf. Sie bevorzugen eher feuchte Standorte, zum Beispiel Auwälder, kommen aber hin und wieder auch in Parks und Gärten vor.

Über den Gesang kann man die Weidenmeise gut von der Sumpfmeise unterscheiden. Ihr Ruf ist ein gedehntes, nasales „däääh däääh däääh“.

 

Titelbild: Mike Beaumont Lizenz CC BY 2.0

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