Nesthocker, Nestflüchter & Platzhocker

Nesthocker, Nestflüchter & Platzhocker

Nesthocker, Nestflüchter und Platzhocker sind verschiedene Bezeichnungen für Jungvögel, denn bei den verschiedenen heimischen Vogelarten haben sich im Verlauf der Zeit unterschiedliche Verhaltensweisen durchgesetzt. Die drei grundsätzlichen Arten der Jungvögel, die sich daraus bei unseren heimischen Vogelarten ergeben, sind Nesthocker, Nestflüchter und Platzhocker.

Nesthocker – hilflose Jungvögel im Nest

Unter unseren heimischen Singvögeln sind die sogenannten Nesthocker vorherrschend. Als Nesthocker werden die Jungvögel bezeichnet, die nackt (also ohne Gefieder), blind und mit noch nicht voll entwickelten Ohren geboren werden. Die Nesthocker sind sehr zerbrechlich und hilflos und völlig auf ihre Eltern angewiesen. Die Eltern der Nesthocker müssen diese nahezu ständig wärmen und füttern. Die Nesthocker verlassen das Nest nicht bevor ihr Gefieder gewachsen ist und Augen und Ohren voll entwickelt sind.

Nesthocker – vom Nestling zum Ästling

Während Nesthocker im Nest leben werden sie auch als Nestlinge bezeichnet. Sobald Nesthocker das Nest verlassen, sind sie unter der Bezeichnung Ästling bekannt. In dieser Phase lernen sie, sich selbstständig zu ernähren und zu fliegen, werden jedoch auch weiterhin von ihren Eltern gefüttert. Jungvögel im Ästlings-Stadium sind besonders gefährdet, da sie mit ihren Rufen nach den Eltern auch Fressfeinde anlocken. Außerdem fliehen junge Ästlinge bei Gefahr nicht sondern verharren regungslos und sind nur durch ihre Gefiederfärbung getarnt und geschützt. Neben den Singvögeln sind übrigens auch die Spechte, Störche und Greifvögel Nesthocker.

Nestflüchter – selbstständige Jungvögel

Im Gegensatz zu Nesthockern, werden Nestflüchter komplett befiedert, sehend und mit voll entwickelten Ohren geboren. Das Jugendkleid der Nestflüchter weicht oft vom Gefieder der adulten Vögel ab. Nestflüchter können sich von Anfang an selbstständig ernähren und können außerdem meist schon schwimmen  bzw. tauchen. Dennoch werden sie anfangs von ihren Eltern gewärmt und später vor allem vor Fressfeinden beschützt. Bekannte Nestflüchter sind Enten, Gänse, Schwäne und auch Kraniche.

Platzhocker – zwischen Nesthocker und Nestflüchtling

Die Platzhocker finden Ornithologen vor allem bei Seevögeln wie den Seeschwalben oder Möwen. Die Jungvögel dieser Vogelarten werden mit Gefieder, sehend und mit entwickelten Ohren geboren, lernen aber erst sehr spät fliegen und können sich auch nicht sofort selbstständig ernähren. Stattdessen halten sich die Platzhocker in und um das Nest herum auf und werden von den Eltern regelmäßig gefüttert und gewärmt. Damit stehen die Platzhocker zwischen Nesthocker und Nestflüchter.

Jungvögel & die Vogelbeobachtung

Egal ob Nesthocker, Nestflüchter oder Platzhocker, in jedem Fall sind die Elternvögel mit Füttern, Wärmen und Beschützen beschäftigt, bis ihre Jungvögel flügge werden. Während  dieser Zeit sind die Elternvögel auch besonders schreckhaft – beobachten Sie Eltern und ihre Jungvögel also am besten nur aus der Entfernung – mit einem Fernglas können Sie trotzdem genau die Entwicklung der Jungvögel verfolgen.

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2 Kommentare

  1. Norwin Hilker 24. März 2015 um 23:50 Uhr

    Hallo, ich möchte gerne wissen, welcher Vogel das ist!
    (Nesthocker, Nestflüchter und Platzhocker)
    Es könnte ein Zilpzalp sein … aber ich hätte es gerne sicher gewusst!
    Danke für eine klärende Antwort!
    N.Hilker

    • Christian Kolbe 25. März 2015 um 13:05 Uhr

      Hallo Norwin. Leider habe ich hier keine genauen Informationen zum Bild vorliegen, aber aufgrund des Aussehens und des Umfelds (Laubbaum) bin ich auch deiner Meinung, dass es sich hier um einen Zilpzalp handelt. Beste Grüße, Christian

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