Der Spanische Kaiseradler: Rückkehr einer Majestät

Der Spanische Kaiseradler: Rückkehr einer Majestät

Vor einigen Jahrzehnten sah es gar nicht gut aus für den Spanischen Kaiseradler. Doch nun haben sich die Bestände des schönen Greifvogels erholt.

Der Spanische Kaiseradler ist etwas kleiner als der Steinadler – er erreicht eine Länge von 80 Zentimetern und eine Flügelspannweite von rund zwei Metern. Lange wurde er nur als Unterart des Kaiseradlers angesehen, doch mittlerweile gilt er als eigene Art. Auffällige Merkmale sind die weißen Flecken auf Schultern und Flügelbug. Der Adler fühlt sich in mediterranen Wäldern mit geeigneten Brutbäumen wohl, er kann aber auch in der Agrarlandschaft gut überleben. Entscheidend ist das Nahrungsangebot, das vor allem aus Kaninchen bestehen muss. Weitere Beutetiere sind Rothühner, Tauben, Rabenvögel, Gänse und Enten.

Was bedroht den Spanischen Kaiseradler?

Den Spanischen Kaiseradlern ging es unter anderem deshalb nicht gut, weil das Nahrungsangebot zu knapp war. In einigen Regionen Spaniens litten die Kaninchen an Krankheiten, die ihre Bestände einbrechen ließen. Außerdem verlieren die pelzigen Langohren immer mehr Lebensraum. Sie brauchen offenes Gelände mit schützenden Gebüschen und Platz, um ihre Baue zu graben. In der intensiven Landwirtschaft werden solche Landschaften allerdings immer seltener. Auch andere Beutetiere wie die Rothühner können sich aus diesem Grund nicht mehr gut verbreiten.

Eine weitere Gefahr für die Spanischen Kaiseradler waren (und sind immernoch) ungesicherte Stromleitungen. Die großen Vögel kollidieren mit den Leitungen oder setzen sich darauf und erleiden so einen tödlichen Stromschlag. Gerade die jüngeren Vögel wandern bis zur Geschlechtsreife viel umher. Bei ihnen ist das Risiko, dass sie auf eine tödliche Stromleitung treffen, also besonders groß. Stromschläge gehören bis heute zu den häufigsten Todesursachen der Art. Immerhin greifen immer mehr Naturschützer und Behörden ein, indem sie die Leitungen „adlersicher“ machen. In Andalusien brachte das bereits deutliche Verbesserungen.

Die dritte größere Bedrohung für die Adler ist Gift. Menschen legen Giftköder aus, um Greifvögel, Füchse oder andere Tiere zu töten. Häufig fressen die Adler auch solche Köder, die für Füchse bestimmt sind. Manchmal nehmen sie das Gift auch auf, indem sie den verendeten Fuchs fressen. Von der Gefahr durch Giftköder sind auch andere Arten wie Steinadler, Rotmilan und verschiedene Geier betroffen. Mittlerweile gehen die Behörden zwar aktiver gegen solche Methoden vor und lassen Spürhunde nach den Ködern suchen, aber dieser Kampf ist noch längst nicht gewonnen.

Ein Erfolg für den Vogelschutz

Selbst wenn nicht mehr so viel Gefahr durch Strom und Gift droht, brauchen die Adler und ihr Lebensraum weiterhin Schutz. Wenn naturnahe Wälder, Feuchtgebiete und Offenland erhalten bleiben, profitieren auch sehr viele andere Tierarten. Das gilt auch für die Maßnahme, weniger Pestizide einzusetzen, damit mehr Kaninchen und andere Beutetiere vorhanden sind. Insgesamt zeigt die Geschichte des Spanischen Kaiseradlers, dass Vogelschutz funktioniert, wenn sinnvolle Maßnahmen auch wirklich konsequent umgesetzt werden.

 

Titelfoto: José Antonio Lagier Martin (Lizenz CC BY-SA 3.0), Größe beschnitten

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