Schwarzkopfmöwe – Heimlichtuerin mit Kapuze

Schwarzkopfmöwe – Heimlichtuerin mit Kapuze

Woher die Schwarzkopfmöwe ihren Namen hat, ist im Prachtkleid leicht zu erraten. Im Schlichtkleid wird es schon schwieriger.

Aussehen

Die Schwarzkopfmöwe macht ihrem Namen alle Ehre. Die tiefschwarze „Kapuze“ umfasst den gesamten Kopf und den Übergang zum recht langen Hals. Im Kontrast dazu leuchten der rote Schnabel und der weiß-rote Augenring besonders kräftig. Das Gefieder an Rücken, Brust und Bauch ist einfarbig weiß. Die Flügel zeigen eine ganz zarte, hellgraue Färbung. Die kräftigen, schwimmhautbesetzten Füße sind kräftig rot.

Achtung: Im Schlichtkleid fehlt der Möwe die schwarze Kapuze. Stattdessen trägt sie dann einen dunkelgrauen Ohrenfleck und graue Striche am Hinterkopf.

Jungtiere haben braune Armschwingen und schwarzbraune Handschwingen. Die Schulterfedern sind grau und auch Nacken, Brust und Hinterkopf tragen eine graue Färbung. Die Jungvögel sehen den erwachsenen schon ab dem zweiten Winter sehr ähnlich. Nur ein paar einzelne schwarze Federn auf den Handschwingen verraten sie noch.

Die Rufe sind nasal und tief, sie werden mehrfach wiederholt und klingen wie ein eindringliches „gäääh“.

Vorkommen

In Mitteleuropa ist die Schwarzkopfmöwe in den letzten Jahrzehnten immer häufiger geworden. Vorher beschränkte sich ihr Hauptverbreitungsgebiet auf Südosteuropa und das Schwarze Meer. Unser Vogel der Woche kommt an Küsten vor, häufig aber auch im Binnenland. Dort besiedelt die Schwarzkopfmöwe größere Stillgewässer wie Teiche, Stauseen und Abbaugewässer. Sie braucht kleine Inseln und Ufervegetation als sichere Brutplätze. Den Winter verbringen die meisten europäischen Möwen an den Küsten des Mittelmeeres.

In Deutschland könnt ihr die Schwarzkopfmöwe zum Beispiel an den Eschefelder Teichen, im Katinger Watt und am Plessenteich beobachten.

Verhalten und Wissenswertes

Je nach Lebensraum brütet die Schwarzkopfmöwe auf Salzwiesen, in Verlandungszonen oder auf kleinen Inseln. Häufig versteckt sie sich in Kolonien von Lachmöwen oder Sturmmöwen. In diesen großen Gruppen ist sie nämlich sicherer vor Fressfeinden wie Füchsen und Greifvögeln. Ein Gelege besteht normalerweise aus zwei bis drei Eiern und wird knapp 25 Tage bebrütet. Dabei wechseln sich die Eltern ab. Die Jungen bleiben recht lange im Nest – nach knapp 35 Tagen sind sie flügge. Nach dem Schlüpfen tragen sie ein graues Daunenkleid mit dunklen Punkten.

Schwarzkopfmöwen ernähren sich von Fischen, Weichtieren, Krebstieren und Insekten, die sie im Uferbereich oder Spülsaum finden.

Titelfoto: peterichman (Lizenz CC BY 2.0)

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