Von Schnabel bis Unterschwanzdecke – Stelzen unterscheiden

Von Schnabel bis Unterschwanzdecke – Stelzen unterscheiden

Ihr wollt unsere heimischen Stelzen unterscheiden? Das scheint auf den ersten Blick ein Kinderspiel zu sein, aber Schafstelze, Gebirgsstelze und Co. haben doch ihre Tücken.

Unsere häufigste Stelzenart ist die Bachstelze. Mit ihrem geschäftig umhertrippelnden Gang und dem schwarz-weißen Gefieder ist sie jedem Vogelfreund ein Begriff und kann kaum verwechselt werden. Schaf- und Gebirgsstelze sehen einander schon ähnlicher, lassen sich aber trotzdem leicht erkennen. Wenn jedoch die Zugzeit beginnt und die seltene Zitronenstelze ihren Auftritt hat, kann es knifflig werden. Gerade die Jungvögel sehen sich mitunter sehr ähnlich und geben dem Beobachter auf weite Distanz Rätsel auf. Aber keine Sorge, wenn ihr auf die richtigen Details achtet, könnt ihr die Stelzen bald sicher unterscheiden.

Die Bachstelze

Fangen wir mit der einfachsten Art an: Ihr seht sie auf dem Beitragsbild. Die Bachstelze hat, wie bereits erwähnt, ein schwarz-weißes Gefieder. Der Schwanz ist auffällig lang und wippt häufig auf und ab. Achtet auf den deutlichen, dunklen Brustfleck und das helle Gesicht. Im Jugendkleid gibt es noch nicht so viele Kontraste, das Gefieder ist größtenteils grau. Schon in diesem Alter lassen sich aber die hellen Flügelbinden gut erkennen.

Ruf: unverwechselbares, zweisilbiges „Dsilipp“; im Flug ausgestoßen

Die Gebirgsstelze

Auch die Gebirgsstelze könnt ihr relativ leicht erkennen. Sie zeichnet sich durch einen einheitlich grauen Rücken und gelbe Unterschwanzdecken aus. (Generell helfen euch die Unterschwanzdecken meist weiter, wenn ihr Stelzen unterscheiden wollt.) Die Gebirgsstelze hat außerdem einen sehr langen Schwanz mit weißen Kanten und einen schwarzen Schnabel. Die weiße Flügelbinde ist extrem schmal und oft gar nicht richtig erkennbar.

Ruf: lautes, gereihtes „Tsip“; im Flug ausgestoßen

Die Schafstelze

Diese Stelzenart kommt bei uns in verschiedenen Unterarten vor. Gerade zur Zugzeit halten sich außerdem große Trupps von Schafstelzen in Deutschland auf, was die Bestimmung der Arten noch erschwert. Grundsätzlich haben Schafstelzen eine grün-braune Oberseite, bei Weibchen kommt noch eine graue Tönung hinzu. Auch hier sind die Unterschwanzdecken wichtig. Bei männlichen Schafstelzen sind sie gelb, bei Weibchen hellgelb und bei Jungvögeln beigeweiß bis gelblich. Die Jungen haben außerdem einen deutlichen Zügel, der vor dem Auge dunkel gefärbt ist und ihnen einen etwas mürrischen Ausdruck verleiht. Am Schnabel fällt die orangerote Basis auf.

Ruf: lautes „tsüieh“, weniger rau als bei der Zitronenstelze

Die Zitronenstelze

By Kaippally (Lizenz: GFDL , CC-BY-SA-3.0 CC BY 2.5), via Wikimedia Commons

 

Diese seltene Stelzenart brütet zwar gelegentlich auch in Deutschland, kommt aber meist als Durchzügler zu uns. Der schwarze Schnabel und der Schwanz sind meist etwas länger als bei der Schafstelze. Ausgewachsene Zitronenstelzen kann man gut an ihrer leuchtend gelben Kopffärbung erkennen, bei Jungvögeln ist es allerdings schwieriger. Sie haben eine graue Rücken- und Schulterpartie, auch der Oberkopf ist grau. Die hellen Ohrdecken haben einen dunklen Rand, danach kommt wieder ein gelbliches Band, das bis hinunter zur Kehle führt. Die weißen Flügelbinden könnt ihr ganz deutlich erkennen. Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal sind die bei Zitronenstelzen immer weißen Unterschwanzdecken.

Ruf: raues, zweisilbiges „tsreeep“; oft aus der Deckung heraus

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