Schafstelze – Wiesenvogel in Gelb und Grün

Schafstelze – Wiesenvogel in Gelb und Grün

Vögel haben oft äußerst drollige Namen, die nicht immer das Richtige über ihre Lebensweise erzählen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt doch oft mit drin. Die Wiesenschafstelze etwa lebt gern auf den Weiden, wo Kühe, Pferde und Schafe grasen.

Aussehen

Erwachsene Schafstelzen werden etwa 15 cm groß und haben die Erscheinung schlanker, sperlingsartiger Singvögel. Es gibt viele Unterarten, die „Wiesenschafstelze“ ist in Deutschland am häufigsten zu beobachten. Alle Unterarten haben eines gemeinsam: den olivgrünen Rücken und einen mehr oder weniger kräftig gefärbten gelben Bauch. Männliche Wiesenschafstelzen tragen zur Brutzeit einen blaugrauen Kopf mit einem weißen Streif über den Augen zur Schau. Der Bauch der Weibchen ist blasser, der Kopf grau mit weißem Augenstreif.

Vorkommen

Weitere Unterarten sind die Nordische Schafstelze (schwarze Ohrdecken) aus Skandinavien, die Englische Schafstelze (sehr gelber Kopf) aus Großbritannien, die Aschköpfige Schafstelze (grauer Kopf, weiße Kehle) aus Italien und die Maskenstelze (schwarzer Kopf), welche vor allem in den Balkanländern und der Türkei brütet. Natürlich sind Vögel mit unserem Netz aus Landesgrenzen nicht sehr vertraut, so dass Exemplare verschiedener Unterarten in Deutschland beobachtet werden können.

Schafstelzen sind also recht weit verbreitet, sogar im nordamerikanischen Alaska kommen sie zurecht. Übrigens haben die kleinen Vögel ihren Namen nicht zufällig erhalten, denn sie halten sich gern auf Äckern, Streuwiesen und Weiden auf, wo Viehherden (heute eher Kühe und Pferde als Schafe) oft nicht weit sind. Zwar bevorzugen sie die Nähe zum Wasser und bewohnen auch Feuchtwiesen, sind aber nicht so sehr ans kühle Nass gebunden wie andere Stelzenarten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Gesang der Wiesenschafstelze ist eher einfach gestrickt, sie lässt ein kratziges „sri-srit-sri“ hören, während sie auf erhöhter Warte sitzt oder im Flug unterwegs ist. Männchen bedienen sich zur Balz auch weniger ihres Gesangs, sondern plustern sich vor dem erwählten Weibchen auf und zittern mit den Flügeln.

Gebrütet wird in der Zeit von Mai bis Juli. Die Wiesenschafstelze ist Bodenbrüterin und errichtet ihr Nest sorgfältig in einer Vertiefung, oft zwischen dicken Grasbüscheln. Aus den braun marmorierten Eiern schlüpfen sehr agile Jungvögel, die das Nest schon lange vor ihrem ersten Flug verlassen. Im August beginnt dann der Zug in die afrikanischen Winterquartiere, den die verschiedenen Unterarten oft gemeinsam antreten.

Zur Nahrungssuche trippeln Wiesenschafstelzen vorsichtig und mit wippendem Schwänzchen über die Felder und Wiesen, dabei profitieren sie von den weidenden Viehherden. Diese scheuchen Fliegen, Spinnen und andere Insekten auf, welche dann von den Schafstelzen erbeutet werden.

Foto: Frank Vassen (Lizenz: CC BY 2.0)

 

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