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Vogelwelt

Alpenschneehuhn – Gefiedertes Chamäleon

Alpenschneehuhn – Gefiedertes Chamäleon

Das Alpenschneehuhn besiedelt die unwirtlichsten Regionen der Erde und ist daher in den verschiedensten Bereichen ein echter Überlebenskünstler.

Aussehen

Das Alpenschneehuhn wird mit rund 38 Zentimetern nicht ganz so groß wie das das nah verwandte Moorschneehuhn. Es erreicht ein Gewicht von 400 bis 550 Gramm, wobei im Herbst das Höchstgewicht erreicht ist.

Alpenschneehühner mausern mehrmals im Jahr und passen sich mit jedem Gefiederwechsel der aktuellen Jahreszeit an. Im Winter, das konntet ihr euch sicher schon denken, ist es fast komplett schneeweiß. Die Männchen behalten allerdings ihre schwarze Schwanzunterseite sowie einen schwarzen Zügelstreif sowie eine rote Hautwulst über dem Auge. Auch die Beine und Zehen sind dann durch weiße Federn vor der Kälte geschützt und machen die Abdrücke der Art unverwechselbar.

Der Frühling bringt mehr Farbe: Die Hähne bekommen ein buntes Sprenkelmuster mit verschieden großen Flecken in Graubraun, Schwarz oder Beige. Im Sommer wird das Gefieder in verschiedenen Brauntönen gescheckt, wobei Flügel und Unterseite weiß bleiben. Von der Oberseite sind die weißen Farbanteile dann komplett verschwunden. Die Weibchen sind insgesamt weniger kontrastreich gefärbt, außerdem fehlen bei ihnen der schwarze Zügelstreif und die rote Hautwulst im Gesicht.

Vorkommen

Das Alpenschneehuhn ist, grob gesagt, rund um den Nordpol vertreten. Das Verbreitungsgebiet umfasst also den Norden Amerikas, Kanadas und Asiens, außerdem Island, Grönland und den Norden Großbritanniens. Das Alpenschneehuhn ist als einzige Vogelart das ganze Jahr über auf Spitzbergen im Arktischen Ozean anzutreffen. In den deutschsprachigen Alpen lebt es meist oberhalb der Waldgrenze.

Unser Vogel der Woche hat also kein Problem mit Kälte und hält sich daher am liebsten auf Gebirgswiesen, Geröllhängen und in Schneetälern auf. Die Landschaft muss möglichst abwechslungsreich sein. Steile Hänge mit großen Felsen und Steinen, die uns unwirtlich erscheinen, sind für das Alpenschneehuhn perfekt geeignet. Es ist ein Standvogel und wechselt für den Winter lediglich die Höhenlage. Aufgrund seiner extremen Kälteanpassung erscheinen ihm Temperaturen von über 10 Grad Celsius schon als Hitze, so dass es sich einen schattigen Platz sucht.

Verhalten und Wissenswertes

Gerade so wie ein Chamäleon tarnen sich die vorsichtigen Vögel perfekt und sind daher oft eher zu hören als zu sehen. Besonders in der Brutzeit fallen die Hähne durch ihr „Knarren“ auf. Mit diesem eindringlichen Geräusch markieren sie ihr Revier. Wenn ihr dieses Geräusch hört, solltet ihr besonders vorsichtig sein, denn ein Alpenschneehuhn verlässt sich ganz auf seine Tarnung und flattert erst auf, wenn der Mensch oder eine andere Gefahr schon ganz nah herangekommen ist.

Wenn sich im Winter Schnee zwischen den Sträuchern sammelt, entstehen oft kleine Höhlen. Alpenschneehühner nutzen diese als Unterschlupf und graben sich innerhalb von Sekunden darin ein. Um sich im Winter ernähren zu können, haben sie ein besonderes Verdauungssystem, das es ihnen ermöglicht, gröbere Pflanzennahrung aufzunehmen. Im Sommer ist es schon einfacher, denn da zupfen die Vögel einfach frische Kräuter und Gräser vom Boden. Küken ernähren sich in der ersten Zeit vor allem von Insekten und Spinnen, da diese viel Eiweiß enthalten.

Nachdem die Männchen schon ab März reichlich „geknarrt“ haben, beginnt die eigentliche Balz und dauert bis Ende Juni. Um die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen, unternehmen die Männchen auffällige Balzflüge und stellen ihr Gefieder zur Schau. Im Juni legen die Weibchen ihre Eier in flache, gepolsterte Mulden zwischen Steinen und Sträuchern. Die Gelege können oft eine stattliche Größe von bis zu 11 Eiern haben. Da der Sommer in den Hochlagen so kurz ist, dauert die Brut nur 21 Tage. Na 60 weiteren Tagen sind die flauschigen Küken bereits ausgewachsen.

Foto: Tero Laakso (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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