Versteckter Bergsee: Der Orkelsjø in Norwegen

Versteckter Bergsee: Der Orkelsjø in Norwegen

Je nach Höhenlage kann man rund um den norwegischen Bergsee Orkelsjø den verschiedensten Vogelarten auf die Spur kommen – und das abseits von Touristenmassen.

Nach Norwegen zieht es eigentlich so gut wie jeden Naturfreund, egal ob sein Schwerpunkt Wandern, Skifahren oder die Naturbeobachtung an sich ist. Gerade für Vogelbeobachter gibt es zahlreiche Hotspots, die ein großes Artenspektrum versprechen. An den gut erreichbaren Orten kann es da schon mal zu Massenversammlungen von Touristen kommen – Umweltschäden und verschreckte Tiere inklusive. Um solchen Situationen zu entkommen, lohnt es sich, abseits der üblichen Pfade zu wandeln und auch mal einen etwas unbequemeren Weg auf sich zu nehmen.

Der zwei Quadratkilometer große Bergsee Orkelsjø am nördlichen Rand des Dovrefjells ist sogar noch relativ gut zu erreichen. Von der Ortschaft Oppdal führt eine rund 20 Kilometer lange Schotterpiste zu dem Gewässer. So gelangen Einheimische zu ihren kleinen Wochenendhäusern, wovon es an den Ufern des Orkelsjø etwa 40 gibt. Davon abgesehen ist der See noch recht frei von menschlichem Einfluss, die Zufahrt ist zu steil und kurvig für Wohnmobile und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch so gut wie keine.

Die Vogelwelt des Orkelsjø

Dafür erwartet den Besucher ein klarer Bergsee, umgeben von Heide, Riedgrasflächen und Weiden. Östlich des Sees erhebt sich außerdem der 1.500 Meter hohe Orkelhøa. Wer ihn besteigt, kann die alpine Vogelwelt auf den steinigen Geröllflächen erleben; sie umfasst zum Beispiel Mornellregenpfeifer, Alpenschneehühner und Schneeammern. Hoch oben in der kalten Luft ziehen außerdem Beutegreifer wie Steinadler und Raufußbussard ihre Kreise.

Weiter unten, zwischen Flechten und Steinblöcken, haben viele Goldregenpfeifer, Wiesenpieper und Blaukehlchen ihr Revier. Die scheuen Moorschneehühner hingegen lassen sich nur mit Glück beobachten, auch Steinschmätzer und Ohrenlerche sind seltener. Und weiter in Richtung des südöstlichen Seeufers halten sich hin und wieder Spornammern auf. Während der Brutzeit kommen auch Doppelschnepfen vor, eine Besonderheit unter den Limikolen des Sees.

Direkt am Kiesufer trifft der aufmerksame Beobachter auf brütende Sandregenpfeifer und Temminckstrandläufer, die ihre Nester zwischen Booten und Häusern verstecken. In den Flachwasserzonen nisten Odinshühnchen sowie Rot– und Grünschenkel. Sie alle teilen sich das Gebiet mit Sturmmöwen, Küstenseeschwalben und verschiedenen arktischen Entenarten, darunter die Samtente. Mittelsäger und Prachttaucher machen das Bild komplett.

Allgemeine Tipps

  • Die beste Besuchszeit für den Orkelsjø liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli.
  • Ihr erreicht den See per PKW, am besten von der Ortschaft Oppdal aus.
  • Die Strecke ist mautpflichtig, man bezahlt per Kreditkarte an einem Automaten.
  • Zum Wohl der Natur solltet ihr unbedingt auf den Wegen bleiben und auf wildes Campen verzichten.
  • An den Wochenenden wird der See stärker besucht als unter der Woche, besonders während der norwegischen Sommerferien.

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