Baumpieper – musikalischer Flugkünstler

Baumpieper – musikalischer Flugkünstler

Der Baumpieper trägt zwar kein prächtiges Gefieder, stellt aber mit seinen musikalischen Flugshows viele Vögel in den Schatten.

Aussehen

Der Legende nach bekam schon der Stieglitz bei der Verzierung sämtlicher Vögel nur die letzten Farbkleckse ab. Nach dieser Geschichte ist der Baumpieper wohl erst aufgetaucht, als alle Farbtöpfe schon weggeräumt waren. Der sperlingsgroße, schlanke Vogel ist vor allem braun. Am Rücken können Stiche ins Gelbliche oder Grünliche auftreten, alle Individuen haben aber deutliche schwarze Längsstreifen. Auch die helle Brust trägt ein dunkles Streifenmuster, Kehle und Hals sind leicht gelblich. Über den Augen findet man einen mal mehr, mal weniger deutlichen Streif. Männchen und Weibchen tragen das gleiche Gefieder.

Vorkommen

Mit einigen Ausnahmen (z.B. Island, Irland und Südspanien) ist der Baumpieper über ganz Europa und Asien verbreitet. Die zarten Vögel sind Langstreckenzieher und überwintern in mehreren Quartieren südlich der Sahara. Baumpieper, deren Brutgebiete in Asien liegen, ziehen dagegen im Winter in den Süden Asiens und halten sich zum Beispiel in Indien, Pakistan oder im Südiran auf.

Wie sein Name schon sagt, bevorzugt der Baumpieper bewaldete Gebiete. Die Baumarten sind ihm dabei aber ziemlich egal, er kommt sowohl in Nadel- als auch in Laubwäldern vor. Wichtig ist aber, dass das Gebiet neben hohen Bäumen auch ausreichend flache Stellen mit Krautbewuchs aufweist. So kann man dem Baumpieper unter anderem an lichten Waldrändern, auf Streuobstwiesen, Waldlichtungen oder auch in Heiden und Mooren begegnen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Baumpieper ernähren sich von allerlei Insekten wie Schmetterlingen, Käfern, Zikaden, Ameisen und Spinnen. Diese findet er am besten in lockeren Gewächsen und Wiesen.

Wichtig: Baumpieper brüten nicht etwa in hohen Baumkronen, sondern in möglichst geschützten Kuhlen am Boden. Die Vögel sind eigentlich reviertreu und kehren daher immer wieder an den gleichen Ort zurück. Da sich Waldränder und Lichtungen allerdings durch das Eingreifen des Menschen verschieben können, müssen die Vögel immer wieder flexibel sein. In Mitteleuropa sind viele schon in höhere Lagen abgewandert, da die Felder und Wiesen dort noch nicht so dicht wachsen. Im idealen Brutgebiet dürfen auch erhöhte Plätze zum Sitzen und Singen auf keinen Fall fehlen.

Durch ein buntes Gefieder fallen die Baumpieper nicht auf, ihre Gesangseinlagen sind dafür unvergesslich. Wenn sich ein Männchen hoch in die Luft schraubt, kurz vor dem höchsten Punkt seinen fröhlichen Gesang beginnt und singend wieder in Richtung Erde gleitet, sind ihm alle Blicke sicher.

Generell zeichnet sich der Baumpieper durch einen unaufdringlichen, herzlichen Gesang aus. Mitunter wird er allerdings anhand des Gesangs mit anderen Piepern wie dem Waldpieper verwechselt.

 

Foto: David_C_1977 (Lizenz: CC BY 2.0)

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