Blauer Pfau – Exotische Zierde

Christian Kolbe 17. November 2017 Keine Kommentare zu Blauer Pfau – Exotische Zierde
Blauer Pfau – Exotische Zierde

Mindestens ein Blauer Pfau scheint heute durch jeden Zoo oder Tierpark zu schreiten. Doch woher kommen die schillernden Exoten eigentlich?

Aussehen

Nun, dieser Punkt ist für die wenigsten Menschen ein Geheimnis. Denn der Blaue Pfau ist heute in zahlreichen Gärten, Zoos und Tierparks zu finden. Gemessenen Schrittes stolziert er die Wege entlang und zeigt, wenn man Glück hat, sein Rad aus prachtvollen Schmuckfedern. Aber sehen wir uns den beliebten Ziervogel doch einmal genau an.

Der Kopf ist im Vergleich zum Körper eher klein. Genau wie Hals, Brust und Bauch trägt er bei den Männchen leuchtend blaue Federn – nur über und unter dem Auge gibt es nackte Stellen. Die lange, elegante Schleppe, die die Pfauenhähne hinter sich her ziehen, könnte manch einer für ihren Schwanz halten. Tatsächlich liegt dieser aber unter der langen Federpracht, ist braun und nur knapp 40 Zentimeter lang. Die Federschleppe hingegen besteht aus bis zu anderthalb Meter langen Oberschwanzdeckfedern. Bestimmt kennt ihr das kunstvolle Muster aus großen, blau leuchtenden „Augen“, das über die langen Federn verteilt ist.

Die Pfauenhennen sind mit dem größtenteils braunen Gefieder unauffälliger gefärbt. Lediglich im Nacken findet sich eine leuchtend blau-grüne Färbung, Ihre Brust trägt ein Schuppenmuster in Braun und Weiß und geht in einen weißen Bauch über. Abgesehen von der braunen Kopfplatte ist das restliche Gesicht weiß.

Beide Geschlechter tragen eine kleine Federkrone auf dem Kopf, die bei den Männchen ebenfalls kräftig blau, bei den Weibchen aber braun ist. Mit Schwanzschleppe ist ein Männchen etwa zwei Meter lang und wiegt vier bis sechs Kilogramm. Im Vergleich dazu wirken die Hennen viel kleiner; sie werden etwa einen Meter lang und bis zu vier Kilogramm schwer.

Vorkommen

Ursprünglich kam der Blaue Pfau nur in Indien und Sri Lanka vor. Dort bewohnen die Vögel die hügeligen Abschnitte des Dschungels und kommen morgens und abends in Familiengruppen auf die Felder. Doch aufgrund ihrer Schönheit wurden schon vor 4.000 Jahren die ersten Pfauen in den Mittelmeerraum gebracht. Dort waren sie vor allem als Ziervögel, aber auch als Delikatesse beliebt. Heute können wir in vielen größeren Parkanlagen Pfauen begegnen, die einfach frei herumlaufen. Sie sind sehr standorttreu und müssen daher nicht eingesperrt werden.

Verhalten und Wissenswertes

Wusstet ihr schon, dass die Blauen Pfauen in ihrer Heimat mit Vorliebe junge Kobras fressen? Deshalb sind sie in vielen Ortschaften Indiens gern gesehen und werden schnell zutraulich. Außerdem haben die großen Hühnervögel einen stark entwickelten Geruchs- und Gehörsinn und sind sehr wachsam. Mit seinem lauten, durchdringenden Schrei warnt er vor nahenden Fressfeinden wie Tigern und Leoparden – und angeblich auch vor Unwettern. Deshalb wird sein Schrei in Indien mit dem Ausdruck „minh-ao“ gedeutet, was so viel heißt wie „Regen kommt“. So mancher Pfau hat in einem Dorf seinen eigenen Schlafbaum und wird als nützlicher Mitbewohner geschätzt. Sie können zwar ein bisschen fliegen, erreichen dabei aber keine großen Höhen.

Wenn die Hähne balzen, eröffnen sie eines der schönsten Naturschauspiele in der Vogelwelt. Sie stellen dann nämlich ihre prachtvollen Schmuckfedern zu einem imposanten Rad auf, um so die Weibchen zu beeindrucken. Aufgrund dieser selbstbewussten Schau begannen die Menschen, den Pfau für ein eitles Tier zu halten.

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