Dunkler Wasserläufer – Langbeiniger Durchzügler

Dunkler Wasserläufer – Langbeiniger Durchzügler

Ein Dunkler Wasserläufer ist eine recht große Limikole, die jedes Jahr von den nordischen Brutgebieten bis nach Afrika oder Asien fliegt. Dabei brechen die Weibchen meist eher auf und überlassen den Nachwuchs ihren Partnern.

Aussehen

Der Dunkle Wasserläufer wird auch Dunkelwasserläufer genannt und gehört zur Familie der Schnepfenvögel. Er wird etwa 30 Zentimeter lang und erreicht eine Flügelspannweite von circa 50 Zentimetern. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben im Prachtkleid ein dunkelgraues bis schwarzes Gefieder mit zarten, weißen Flecken; die Beine sind dunkelrot und auch der dunkle Schnabel weist eine rote Basis auf. Das Schlichtkleid ist nicht so kräftig gefärbt, sondern besteht vor allem aus weiß-grauen und hellbraunen Bereichen.

Vorkommen

Die Brutgebiete des Dunklen Wasserläufers liegen sehr weit nördlich und ziehen sich vom Norden Norwegens bis nach Ostsibirien. Dazwischen treten immer wieder Lücken auf, sichere Verbreitungsgebiete sind aber unter anderem Finnland, Russland und Schweden. Sogar in der Arktis gibt es Brutvorkommen. Doch auch diesen tapferen Vögeln wird es mal zu kalt, so dass sie sich als Langstreckenzieher nach Afrika aufmachen. Weitere Überwinterungsgebiete sind auch die Südküste des Mittelmeers und Vorderasien.

Aufgrund ihrer Route tauchen Dunkle Wasserläufer während der Zugzeit immer wieder auch in Deutschland auf. Im Binnenland bevorzugen sie die Flachwasserzonen von Gewässern sowie Feuchtwiesen und Schlammflächen. In Niedersachsen und dem Nationalpark Wattenmeer beispielsweise rasten bis zu 5.000 Vögel.

Verhalten und Wissenswertes

Mit seinen langen Beinen kann der Dunkle Wasserläufer auch in tieferen Gewässerzonen noch nach Nahrung suchen. Im Wattenmeer erbeutet er dabei Ringelwürmer sowie Weich- und Krustentiere. In anderen Gewässern landen auch Wasserinsekten und deren Larven, Kaulquappen, Würmer und kleine Fische im Schnabel. Und zu einer vorüberfliegenden Schnake oder Fliege sagt unser Vogel der Woche auch nicht Nein.

In den hochnordischen Brutgebieten herrschen erst spät im Jahr die richtigen Temperaturen, so dass die meisten Weibchen von Ende Mai bis Mitte Juni ihre Eier legen. Das geschieht in einem Bodennest, welches oft auf einer Erhebung oder neben einem kleinen Strauch errichtet wird. Untypisch ist, dass die Weibchen in „Vielmännerei“ leben und das Brutgebiet oft schon eine Woche vor dem Schlüpfen der Jungen wieder verlassen. Die Männchen bleiben zurück, brüten die Eier aus und kümmern sich um die Aufzucht der Jungen. Die Brut dauert etwa 24 Tage, nach gut drei weiteren Wochen sind die Jungen flügge. Sie sind allerdings auch Nestflüchter und suchen bald schon recht eigenständig nach Nahrung.

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