Gänsesäger – zwischen Höhle und See

Gänsesäger – zwischen Höhle und See

Sie sind Höhlenbrüter, erbeuten ihre Nahrung im klaren Wasser der Seen und Flüsse und erreichen eine stattliche Größe: die Gänsesäger, unsere Vögel der Woche.

Aussehen

In einer Gruppe von Enten fällt der Gänsesäger allein durch seine Größe auf. Er kann etwa 60 Zentimeter groß und bis zu 2 Kilogramm schwer werden. Ein wichtiges Merkmal, das ihn als Säger kennzeichnet, ist der schmale Schnabel mit der hakenförmig nach unten gebogenen Spitze. Die Männchen tragen im Prachtkleid einen grün-schwarzen Kopf, auch der Rücken ist so gefärbt. Davon hebt sich ein sehr heller Rumpf ab, das in Richtung Bauch eher lachsfarben wird. Anders als der Mittelsäger hat der männliche Gänsesäger allerdings keinen abstehenden Federschopf. Dieser ist dem Weibchen vorbehalten, welches ansonsten eher unauffällig aussieht. Es hat einen grauen Körper, von dem sich der rötlich braune Kopf scharf absetzt.

Vorkommen

In Deutschland leben derzeit etwa 500 Brutpaare, nachdem sich ein Jagdverbot positiv auf den Bestand ausgewirkt hat. Dennoch gilt die Art noch immer als „gefährdet“ (Rote Liste gefährdeter Arten). In ganz Europa gibt es etwa 60.000 Gänsesäger-Paare. Insgesamt konzentriert sich das Verbreitungsgebiet im Norden Europas und Asiens sowie in Nordamerika. Im Winter zieht es die Gänsesäger meist zu größeren Seen, die nicht zufrieren und ein großes Fischangebot aufweisen.

Generell mögen Gänsesäger klare Flüsse und Seen mit Kiesgrund besonders gern. Manche halten sich auch an Küsten auf, doch sie sind hauptsächlich Süßwasservögel.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Was die Ernährung angeht, sind Gänsesäger leidenschaftliche Fischer. Im flachen Wasser schwimmen sie auf der Oberfläche, mit dem Kopf unter Wasser, um so ihre Beute ins Auge zu fassen. An den inneren Schnabelkanten hat ein Gänsesäger scharfe Hornzähne, mit denen er Fische besonders gut schnappen kann.

Als Entenvögel verbringen Gänsesäger natürlich viel Zeit im Wasser. Zur Fortpflanzung zieht es sie allerdings in einen ganz anderen Lebensraum. Dann sind nämlich Höhlen gefragt, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen können. Da alte Baumbestände in der Nähe von Gewässern immer seltener werden, sind künstliche Bruthöhlen eine gute Alternative. Sogar auf Dachböden wurden schon Gänsesäger beim Brüten beobachtet.

Das Weibchen legt zwischen 7 und 14 Eier in die gut gepolsterte Höhle und bebrütet sie etwa 32 Tage. Schon einen Tag nach dem Schlüpfen verlassen die Küken die Höhle. Nicht ganz unproblematisch, vor allem, wenn die Höhle in größerer Höhe liegt. Da kommen die winzigen Flügelchen schon mal als Fallschirme zum Einsatz. Geht es dann in Richtung Wasser, fungiert der Rücken der Mutter manchmal als Kükentaxi, wenn größere Entfernungen überwunden werden müssen.

Foto: USFWSmidwest (Lizenz: CC BY 2.0)

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