Grauschnäpper – Flatternder Fliegenfänger

Grauschnäpper – Flatternder Fliegenfänger

Der Grauschnäpper lebt in unserer nächsten Umgebung und trotzdem sehen wir ihn nicht. Mit seinem graubraunen Gefieder ist der kleine Fliegenschnäpper eher unauffällig. Doch Vogelbeobachter sollten die Augen offen halten: Der kleine Singvogel ist ein geschickter Insektenjäger.

Aussehen

Wie das Schwarzkehlchen gehört der Grauschnäpper zur Familie der Fliegenschnäpper. Anders als der kleine Frühlingsvogel ist der spatz-große Grauschnäpper allerdings ziemlich unauffällig: Männchen und Weibchen sind einfarbig graubraun ohne markante Musterung. Nur Kehle und Vorderseite weichen in ihrem schmutzigen Weiß von dem namensgebenden Graubraun ab. Auffallend schwarz sind die Augen und der glänzende längliche Schnabel. Mit seinen feinen Häkchen eignet sich letzterer ideal für die Insektenjagd des Grauschnäppers.

Vorkommen

Vom äußersten Westen Europas bis in die Mongolei ist der Grauschnäpper weit verbreitet. In seinem Lebensraum braucht er hauptsächlich hohe Bäume für die Insektenjagd. Daher bewohnt er zumeist lichte Wälder oder Waldränder, in den letzten Jahren aber auch immer mehr Städte. In Deutschland findet man ihn besonders häufig in Siedlungsnähe, da dem Grauschnäpper Gebäudevorsprünge und Mauerlöcher als zusätzliche Brutplätze dienen. Im Winter jedoch entflieht der Grauschnäpper Europa: Mit Streckenabschnitten von bis zu 120 Kilometern am Tag zieht der Singvogel ins tropische Afrika südlich der Sahara.

In Deutschland waren die Bestandszahlen des Grauschnäppers zeitweise rückläufig, sind aber mittlerweile – mit etwa 200.000 Brutpaaren – wieder stabil. Um den Grauschnäpper nachhaltig zu schützen, muss ein reicher Insektenbestand aufrecht erhalten werden. In Wäldern und Städten braucht es dazu Altholz und andere Unterschlupf-Möglichkeiten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Gesang des Grauschnäppers ist so unauffällig wie sein Aussehen: Die Adulten singen leise und raue Tonfolgen, nur die Jungtiere lassen ein höheres und auffälligeres zi-zi-zi-zi erklingen. Doch auch wenn er unauffällig ist, ist der Grauschnäpper nicht scheu: In den Menschensiedlungen im Tiefland und Mittelgebirge ist er ein häufiger Bewohner.

Für Vogelbeobachter ist besonders die Jagd des Grauschnäppers interessant: Von einer erhöhten Warte aus stürzt er sich auf die Jagd nach Insekten wie Fliegen, Schmetterlingen und Libellen. Doch er verschlingt sie nicht komplett: Der clevere Grauschnäpper entfernt bei Bienen und Wespen vor dem Verzehr den Stachel. Auch sein Nest baut der Grauschnäpper in luftiger Höhe von bis zu 15 Metern. Gewöhnlich finden zwischen Ende Mai und August bis zu zwei Bruten statt. Wer die Aufzucht der Jungen gerne beobachten möchte, kann Grauschnäpper auch mit einem Nistkasten in seinen Garten locken, am besten mit einer so genannten Giebelhalbhöhle. Wie ihr so eine baut, erfahrt ihr hier.

Foto: © Stefan Berndtsson / flickr.com (CC Lizenz)

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3 Kommentare

  1. Lina 11. März 2017 um 18:33 Uhr

    Ich mag Grauschnäpper sehr gerne.Ich finde,dass der Artikel ist gut geschrieben aber mir fehlen die Feinde und die Ehrnährung des Grauschnäppers. Wie seht ihr das ? LG Lina

  2. Anette 7. Juni 2017 um 18:02 Uhr

    Bei mir nistet grad eine Grauschnäpperfamilie auf dem Balkon. Mir würde die Brutzeit und Aufzucht der Jungen interessieren. Ansonsten gefällt mir der Bericht sehr

    • Christian Kolbe 9. Juni 2017 um 10:38 Uhr

      Hallo Anette,

      die Brutsaison des Grauschnäppers ist von Ende Mai bis Anfang August. Die Eier werden 11 bis 15 Tage bebrütet. Nach dem Schlüpfen dauert es weitere 12 bis 16 Tage, bis die Jungen das Nest verlassen.

      Viel Spaß beim Beobachten und beste Grüße aus der Redaktion!

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