Hohltaube – Eier, Milch und Baumhöhlen

Hohltaube – Eier, Milch und Baumhöhlen

Nicht aufgrund von fehlender Intelligenz trägt die Hohltaube ihren Namen, sondern weil sie am liebsten in den Baumhöhlen alter Wälder brütet. Und ihre Art, ihre Jungen zu ernähren ist mindestens ebenso ungewöhnlich.

Aussehen

Da wir den blaugrauen Stadttauben fast täglich begegnen, könnten wir die Hohltaube zunächst mit ihnen verwechseln. Das Gefieder der Hohltaube ist allerdings gleichmäßiger gefärbt als das der Stadttaube, außerdem fehlen ihr die kräftigen schwarzen Flügelbinden. Auffällig sind die seitlichen Halsflecken, die entweder rosa, grün oder violett schimmern können. Das Schwanzende und die äußeren Flügel sind schwarz, ebenso wie die Augen. Der kurze,  spitze Schnabel ist rosa bis rot mit weißen Flecken.

Vorkommen

Europa, Sibirien, Kleinasien und der Norden Afrikas sind die Eckpunkte ihres Verbreitungsgebietes. In Europa geht man von etwa 600 000 Brutpaaren aus, 10% davon brüten in Deutschland. Interessanterweise gibt es einen Verbreitungsschwerpunkt im Ruhrgebiet, wo die Hohltauben meist in Nistkästen brüten. Ebenso häufig kommen sie unter anderem in Schleswig-Holstein und Hessen vor.

Wie bereits erwähnt, sind die Wälder der liebste Rast- und Brutort dieser Art. Reine Fichtenwälder werden gemieden, aber in Laub- Misch- und Kiefernwäldern könnt ihr den etwas unheimlichen Ruf der Hohltaube von Februar bis November hören. Generell werden größere Baumbestände gern angenommen, dazu gehören auch Parks, Alleen und Feldgehölze.

Zur Nahrungssuche begeben sich die tagaktiven Hohltauben auf kurze Wiesen, Felder und andere Freiflächen, wo sie Sämereien, Gräser, Samen und Beeren finden können. Den Wald und die Nahrungsfläche können dabei bis zu zwei Kilometer trennen, die täglich überflogen werden.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Ruf der Hohltaube klingt wie ein tiefes, hohles Gurren. Er ist im Wald zwar öfter zu hören, aber es wird euch schwer fallen, den Vogel dazu zu entdecken. Die Tauben sitzen meist hoch oben in den Baumkronen oder verbergen sich im dichten Gesträuch. Zuversichtlicher könnt ihr auf den Freiflächen sein, wo sie trippelnd und mit dem Kopf nickend nach Nahrung suchen.

Zur Brut ist eine geräumige und geschützte Baumhöhle das Schönste, was sich eine Hohltaube vorstellen kann. Diese werden meist von Schwarzspechten gezimmert und nach einigen Jahren aufgegeben, weil sie zu feucht werden. Hohltauben legen allerdings ein dickes Reisigpolster hinein und machen die Höhle so wieder bewohnbar. Wenn sie können, brüten sie zwischen März und September gleich dreimal, meistens ohne das Nest noch einmal zu verändern. Aber der Konkurrenzdruck um die Höhlen ist sehr hoch, so dass viele Hohltauben ihre zweite oder dritte Brut aufgeben müssen, weil Bienen oder andere Vögel ihre Höhle erobert haben.

Ein Weibchen legt pro Brut zwei weiße Eier, diese werden dann abwechselnd von beiden Eltern bebrütet. Zu dieser Zeit setzt auch ein interessantes Phänomen ein, das mit der Ernährung der Jungen zu tun hat. Beide Eltern bilden im Kropf ein sehr nährstoffreiches Sekret, die Kropfmilch. Sie stärkt das Immunsystem der Kleinen und versorgt sie in den ersten fünf Tagen mit allem, was sie brauchen. Später kommen nach und nach Sämereien hinzu, bis die Jungen nach etwa drei Wochen ausfliegen und sich Gruppen anderer Jungvögel anschließen.

  • Tauben zu unterscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. Diese Übersichtsseite des NABU kann euch helfen.
  • Hohltauben sind auf das örtliche Angebot an Bruthöhlen angewiesen. Wenn ihr ihnen helfen wollt, könnt ihr mit dieser Anleitung einen Nistkasten bauen!

 

Foto: far closer (Lizenz: CC BY 2.0)

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