Kappenammer – Sonnengelbe Sängerin

Kappenammer – Sonnengelbe Sängerin

Gerade im Prachtkleid bieten die Männchen der Kappenammer einen wunderschönen Anblick – und den lieblichen Gesang gibt es als Bonus obendrauf.

Aussehen

Die Kappenammer misst etwa 17 Zentimeter und gehört damit schon zu den größeren Vertretern ihrer Familie (nur die Grauammer wird noch einen Zentimeter größer). Woher unser Vogel der Woche seinen deutschen Namen hat, ist schon auf den ersten Blick klar. Ein großer schwarzer Kopffleck ziert das Gefieder, wie eine kleine Kappe. Dieses Merkmal findet sich allerdings nur bei den Männchen. Sie haben außerdem eine komplett gelbe Unterseite, einen kastanienbraunen Rücken und dunkelbraune Flügel.

Betrachten wir als nächstes die Weibchen, fällt vor allem auf, dass sie viel matter gefärbt sind als die Männchen. Ihre Unterseite ist nur ganz blass gelb und trägt ein zartes Strichelmuster. Auch das Kopfgefieder zeigt ein sehr blasses Graubraun, ähnlich wie Rücken und Flügel.

Von Juni bis Juli kommen die männlichen Kappenammern in eine Teilmauser. Ihr Gefieder verändert sich also teilweise, sie bekommen einen braunen Kopf und werden den Weibchen ähnlicher. Im Winter folgt dann die Vollmauser, welche das auffällige Brutkleid wiederherstellt.

Vorkommen

Die europäischen Brutgebiete der Kappenammer liegen im sonnigen Süden. Sie fühlt sich in Italien, Griechenland, Bulgarien, Kroatien und der Türkei sowie im Iran wohl. Den Winter verbringt sie allerdings in Nordindien.

Im Brutgebiet bevorzugt die Ammer eher offene Landschaften, in denen hier und da Baumgruppen und Gebüsche Schutz bieten. Auch in Olivenhainen und Gärten ist sie oft zu Gast.

Bei uns in Deutschland kommt die Kappenammer eigentlich nicht vor, wird aber immer wieder als „Irrgast“ beobachtet. Die nördlichste Sichtung der Art wurde 2003 von der Insel Fehmarn gemeldet. Und im August 2017 brütete sogar ein Pärchen in Tübingen – eine kleine Sensation für Vogelkundler!

Verhalten und Wissenswertes

Wer einer Kappenammer begegnet, dem wird vor allem ihr kräftiger Gesang auffallen. Die Strophen können aus verschiedenen Tönen wie „pit“, „tschöp“ oder „tschüh“ bestehen. Unsere Vögel der Woche sind beim Singen auch nicht gerade schüchtern, sondern trällern gut sichtbar von Büschen oder anderen Ansitzen.

Was die Ernährung angeht, beschränkt sich die Kappenammer wie viele ihrer Verwandten auf Sämereien und Insekten. Letztere dienen vor allem der Jungenaufzucht. Die Küken schlüpfen im Juni und brauchen dann viel Nahrung, welche ihnen die Eltern in das gut gepolsterte Nest im Gebüsch bringen.

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