Kiefernkreuzschnabel – Nordischer Zapfenknacker

Kiefernkreuzschnabel – Nordischer Zapfenknacker

Der Kiefernkreuzschnabel bewohnt die nordischen Nadelwälder und ist immer dort zu finden, wo die Kiefern die meisten Zapfen tragen.

Aussehen

Der Kiefernkreuzschnabel gehört zur Familie der Finken und ist der größte unter den Kreuzschnäbeln. Man kann ihn schnell mit seinem nahen Verwandten, dem Fichtenkreuzschnabel, verwechseln. Ein wichtiges Merkmal ist der noch kräftigere, ebenfalls stark gekreuzte Schnabel. Er setzt hoch an und hat eine starke Wölbung, die an einen Papagei erinnert. Der Unterschnabel ist fast genau so dick wie der Oberschnabel und durch die Kreuzung wirkt die Schnabelspitze auf den ersten Blick eher stumpf. Die Männchen tragen ein ziegelrotes, von graubraunen Bereichen durchsetztes Gefieder. Die Flügel sind dunkelbraun. Die Weibchen erkennt man am blassen, gelbgrünen Gefieder. Jungvögel sind braungrau und tragen ein Streifenmuster. Die Beine, der Schnabel und die Regenbogenhaut am Auge sind bei Kiefernkreuzschnäbeln dunkelbraun.

Vorkommen

Die Brutgebiete des Kiefernkreuzschnabels liegen vor allem in Skandinavien und Nordosteuropa. Er liebt Nadelwälder, in denen besonders viele Kiefern zu finden sind – so kam er auch zu seinem deutschen Namen. In guten „Zapfenjahren“ ist er zahlreich vertreten. Tragen die Kiefern aber nicht genug Zapfen, wandert er dorthin, wo es genug zu fressen gibt. Deshalb können die Wanderungen auch zu allen Jahreszeiten stattfinden und die Vögel mitunter bis nach Mitteleuropa führen. Unterwegs sind sie dann hin und wieder auch in Fichtenwäldern zu entdecken.

Verhalten und Wissenswertes

Die Brutzeit liegt beim Kiefernkreuzschnabel zwischen Januar und Mai. Er baut sein Nest aus Zweigen, Holzresten und Moos. Es befindet sich hoch oben in Fichten oder Kiefern, meist in den äußeren Bereichen, also weit vom Stamm entfernt. Das Polster im Inneren besteht aus Flechten, Gräsern, Rindenstückchen und Federn. Auf diese weiche Unterlage legt das Weibchen drei bis fünf Eier und wird während der Brutzeit vom Männchen mit Futter versorgt. Nach etwa 25 Tagen schlüpfen die Jungen.

Der kräftige Schnabel ist natürlich wie gemacht, um die begehrten Kiefernsamen aus ihren Zapfen zu holen. Neben diesem „Leibgericht“ verschmäht unser Vogel der Woche auch die Samen anderer Koniferenarten nicht.

Die Art ist sehr ruffreudig und kennt verschiedene Varianten des Gesangs. Auch darin ähnelt sie dem Fichtenkreuzschnabel. Dieser singt aber etwas weniger hart und tief. Der Flugruf ist ein scharfes „kip kip“.

Foto: Ron Knight (Lizenz CC BY 2.0)

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