4 unangenehme Fakten zum Klimawandel

4 unangenehme Fakten zum Klimawandel

Welche Folgen hat die Erderwärmung für unsere Küsten und Ozeane? Wie sieht die Zukunft der Meereslebewesen aus? Dise Fragen beantwortet der Weltklimarat in einem Sonderbericht.

36 Länder, über 100 Wissenschaftler, knapp 7.000 Studien: Der jüngste Sonderbericht des Weltklimarates bezieht sich ganz bewusst auf die weltweite Forschung. Aus dieser riesigen Datenmenge kristallisierten sich schließlich vier wesentliche Erkenntnisse. Sie zeigen, wie extrem sich die Erderwärmung bereits heute auf die Meere und Küsten auswirkt. Und auch, was uns Menschen für eine Zukunft bevorsteht, wenn wir weiterhin zu wenig gegen den Klimawandel tun.

Adieu Eispanzer

Das Meereis der Arktis ist zwischen 1979 und 2018 alle zehn Jahre um rund 13 Prozent geschrumpft. Mit anderen Worten: Der mächtige Eispanzer unserer Erde bleibt von unserem Tun nicht unberührt, sondern schmilzt immer schneller. Beim Inlandeis, also bei der Schneedecke der Arktis, sieht es laut Weltklimarat nicht besser aus. Sie hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten jeweils über 13 Prozent Fläche verloren. Wo Eis und Schnee schmelzen, kommen dunklere Flächen zum Vorschein, die noch mehr Sonnenenergie aufnehmen. Als Folge hat sich die Durchschnittstemperatur der Arktis in den vergangenen 20 Jahren signifikant erhöht.

Problem Permafrostboden

Ein Viertel des Bodens in der nördlichen Hemisphäre ist gefroren – oder war es besser gesagt mal. Dieser so genannte Permafrostboden besteht aus Steinen, Sedimenten, Erde und abgestorbenen Tier- und Pflanzenresten. All das wird von Eis zusammengehalten. Teilweise reicht der Permafrostboden bis zu 1.500 Meter tief in die Erde. Ein Großteil entstand während der letzten Eiszeit. Doch der menschengemachte Klimawandel bringt den Boden aus dem Gleichgewicht – er taut nach und nach auf.

Besonders fatal ist, dass im Permafrostboden extreme Mengen Kohlenstoff enthalten sind, nämlich etwa 1.500 Gigatonnen. Beim Auftauen wird immer mehr Kohlendioxid und Methan freigesetzt. Das beschleunigt den globalen Klimawandel deutlich. Zudem sind viele Häuser und Straßen, aber auch Öl- und Gaspipelines auf Permafrostboden gebaut. Ihnen droht der Einsturz, wenn die Böden tauen und rutschig werden. Außerdem könnten Seen und Flüsse im weichen Boden versickern und dadurch Erdrutsche auslösen.

Weltklimarat: Der Meeresspiegel steigt

Die Eismassen aus der Arktis und die abgetauten Gletscher versickern nicht einfach irgendwo, sondern fließen in die Meere. Das sorgt dafür, dass der durchschnittliche globale Meeresspiegel steigt. Forscher sprechen hier von einem Anstieg zwischen 43 und 84 Zentimetern bis zum Ende des Jahrhunderts, wobei das die extrem optimistische Variante ist. Der Anstieg der Meere lässt sich schwer in sichere Prognosen verpacken. Einen Anstieg um bis zu zwei Meter können die Wissenschaftler ebenfalls nicht ausschließen.

Wenn die Gletscher in der Antarktis einmal ins Rutschen geraten, werden sich die Küstenlinien dramatisch verändern. Die Strände, an denen wir heute noch baden, würden unsere Nachkommen nicht mehr erleben. Aber es geht um viel mehr als verhinderte Beach-Partys. Der erhöhte Meeresspiegel wird zusammen mit heftigeren Stürmen für gefährliche Überschwemmungen an den Küsten sorgen. Die nächste Stufe wäre dann dauerhafter Landverlust – und damit Flucht und Massenumsiedlung.

Artensterben im Ozean

Von der atemberaubenden Schönheit der Korallenriffe darf sich die Menschheit vermutlich zuerst verabschieden. Diese Lebensräume wären auch dann gefährdet, wenn es gelänge, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen – was mittlerweile sowieso als unwahrscheinlich gilt. Neben der Erwärmung ist auch Übersäuerung ein Problem. Die Weltmeere nehmen menschengemachtes Kohlendioxid auf, was vielen Kleinstlebewesen schadet. Und wenn sie verschwinden, haben größere Meerestiere keine Nahrungsgrundlage mehr. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Gesamtheit des tierischen Lebens in den Ozeanen um 15 Prozent schrumpfen. Das hätte übrigens auch extreme Konsequenzen für die Fischerei.

Es zeigt sich: Katastrophen wie der Klimawandel treffen die verletzlichsten Wesen zuerst. Damit sind jetzt noch Tiere und Pflanzen gemeint, bald werden die Folgen aber auch für immer mehr Menschen spürbar sein. Trägheit und Nichtstun sind schon lange keine Optionen mehr.

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