Löffelente – geschickter Großschnabel

Löffelente – geschickter Großschnabel

Der kräftige Schnabel der Löffelente gibt ihr nicht nur den Namen, sondern verhilft ihr auch zu einer ungewöhnlichen Form der Nahrungssuche, die fast an einen Wal erinnert.

Aussehen

Löffelenten werden bis zu 50 cm groß und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 80 cm.

Vor allem im Prachtkleid sind die männlichen Löffelenten sehr auffällig. Der Kopf ist smaragdgrün gefiedert und leuchtet in der Sonne, Brust und Rücken sind schwarz-weiß gefärbt. Die Flanken des Männchens sind rostrot, die Flügel braun und schwarz. Außerdem recht auffällig sind die Beine in kräftigem Rot und die stechend gelben Augen. Die Löffelentenweibchen ähneln sehr den Weibchen der bekannten Stockente, sie sind weiß, braun und schwarz gefiedert, was ein schuppenartiges Muster ergibt. Die Beine der Weibchen sind ebenfalls orangerot, sie haben allerdings dunkle Augen. Im Ruhekleid ähneln die Männchen den Weibchen, sind aber an ihren gelben Augen noch gut zu erkennen.

Sowohl Männchen als auch Weibchen haben einen kräftigen, dicken Schnabel, der an einen Löffel erinnert. Er ist größer als der Kopf der Ente und kann bis zu 7 cm lang werden.

Vorkommen

Löffelenten kommen sowohl in Europa als auch in Asien und Nordamerika vor. In Europa brüten sie vor allem auf Island und den Britischen Inseln, können aber auch im restlichen Europa häufig angetroffen werden. Der deutsche Bestand liegt bei etwa 3000 Brutpaaren, hier ist die Löffelente vor allem am Wattenmeer und auf den vorgelagerten Inseln zu finden.

Löffelenten sind Mittelstreckenzieher und verbringen die kalte Jahreszeit meist im Süden Europas und in Afrika. Auf ihrer Reise erreichen sie Geschwindigkeiten um die 80 Kilometer pro Stunde.

Was die Brutzeit angeht, siedelt sich die Löffelente gern an kleineren Gewässern mit dichtem Schilfbewuchs an. Wichtig ist aber, dass der See oder Teich auch freie Wasserflächen besitzt, die nicht bewachsen sind. Alternativ nimmt sie auch Sumpfgebiete und Flutmulden als Lebensraum an.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Wie ihr Name schon sagt, besitzt die Löffelente einen sehr charakteristischen Schnabel. Zwar schlürft sie damit keine Suppe, aber der Schnabel erlaubt es ihr, sich kleine Lebewesen von der Wasseroberfläche zu erbeuten. Die Löffelente nimmt das Wasser auf und filtert mit Hilfe von Lamellen im Inneren des Schnabels die Nahrung heraus, während sie das Wasser mit der Zunge wieder aus dem Schnabel drückt. Dieser Vorgang passiert allerdings so schnell, dass man die einzelnen Schritte mit bloßem Auge gar nicht wahrnehmen kann. Löffelenten suchen oft gruppenweise nach Nahrung. So können sie mehr Schlamm aufwirbeln, aus dem die Nahrungspartikel nach oben getragen werden. Löffelenten beim Essen erkennt ihr also am besten an ihren schnellen Drehbewegungen und dem ins Wasser getauchten Schnabel.

Von Mai bis Juli brüten die Löffelenten. Das Weibchen baut aus vielen kleinen Pflanzenresten das Nest in Gewässernähe, meist im Ufergebüsch. Die graugrünen Eier werden ausschließlich vom Weibchen bebrütet, das Männchen bleibt allerdings in der Nähe des Nestes und hält aufmerksam nach Gefahren Ausschau.

Löffelenten sind übrigens auch in Tierparks und Zoos zu beobachten, beispielsweise am Wasservogelteich des Leipziger Zoos.

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