Langenwerder: Kleines Eiland, große Vogelwelt

Langenwerder: Kleines Eiland, große Vogelwelt

Direkt vor der Insel Poel liegt das viel kleinere Inselchen Langenwerder. Seit fast 100 Jahren haben hier die Vögel das Sagen.

Schutzgebiet im Gezeitenstrom

Die kleine Insel Langenwerder liegt in der mecklenburgischen Ostsee, vor der größeren Insel Poel. Sie ist knapp einen Kilometer lang und – je nach Wasserstand – zwischen 200 und 450 Meter breit. Steht das Wasser niedrig, kann man vom Ort Gollwitz nach Langenwerder hinüber waten. Allerdings ist das Betreten der Insel auf eigene Faust streng verboten, denn sie ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Nur unter der Führung eines Vogelwartes außerhalb der Brutzeit können Besucher die Geheimnisse der kleinen Insel entdecken.

Gerne hätten Menschen auf Langenwerder Landwirtschaft betrieben, doch dazu war die Insel zu klein und ihr Boden zu schlecht. Ein Glück für die Vogelwelt, denn so konnten viele Seevogelarten ungestört auf Langenwerder leben, rasten und brüten. Schon 1923 veranlasste der Verein „Jordsand“, dass die Insel während der Brutzeit nicht betreten werden durfte. Ein Jahr später machte man sie gemeinsam mit ihren umliegenden Wasserflächen zum Naturschutzgebiet.

Die Vogelwelt auf Langenwerder

Für Zugvögel ist Langenwerder ein wichtiger Ruheplatz. Im Winter 1926/27 wurden hier sogar rastende Flamingos beobachtet. Außerdem brüten jedes Jahr Tausende Seevögel auf der Insel. Dazu gehören Austernfischer, Zwerg-, Brand– und Küstenseeschwalben, Silber-, Lach– und Sturmmöwen sowie Sandregenpfeifer, Rotschenkel, Mittelsäger und Brandgänse. Auch Kraniche lassen sich hier immer wieder beobachten. Langenwerder ist sehr flach und setzt sich vor allem aus Dünen und Salzwiesen zusammen. Diese bieten den Vögeln einen sehr attraktiven Lebensraum, aber kaum Versteckmöglichkeiten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Insel keinen befestigten Zugang bekommt, um Beutegreifer abzuhalten.

Langenwerder besuchen

Es gibt zwei Möglichkeiten, Langenwerder zu erleben:

In der Brutsaison könnt ihr die Insel zwar nicht betreten, doch es gibt trotzdem so einiges zu erfahren und – mit Fernglas – auch zu beobachten. Ein Vogelwart der Insel ist regelmäßig sonntags am gegenüberliegenden Aussichtspunkt auf dem Gollwitzer Steilufer anzutreffen. Dort beantwortet er alle Fragen zur Vogelwelt auf Langenwerder und macht auf Beobachtungsmöglichkeiten aufmerksam.

Außerhalb der Brutzeit (ab Juli) finden dann die direkten Führungen auf die Insel statt. Wie bereits erwähnt, werden dann erstmal die Hosenbeine hochgekrempelt, denn der Zugang erfolgt durchs Wasser. Aber keine Sorge: Die Furt, die es zu durchwandern gilt, hat dann eine durschnittliche Tiefe von knapp 50 Zentimetern. Auch die Führungen starten meist sonntags, Anmeldungen nimmt die Kurverwaltung in Kirchdorf entgegen.

 

Foto: Patrice77 (Wikipedia)

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