Der Schuhschnabel – Schüchterner Fantasy-Vogel

Der Schuhschnabel – Schüchterner Fantasy-Vogel

Der Schuhschnabel ist so einzigartig, dass er sich mit keiner anderen Vogelart zu einer Familie zusammenfassen lässt. Er wirkt wie aus einem Fantasy-Roman entsprungen – oder besser, entflogen. Doch ganz so fantastisch ist die Situation des vom Aussterben bedrohten Vogels leider nicht.

Aussehen

Der Schuhschnabel ist ein imposanter Vogel. Er erreicht eine Länge und Körperhöhe von über einem Meter, und wird zwischen 4 und 5 Kilogramm schwer. Ins Auge sticht sofort sein besonderer Schnabel: Dieser ist rund 20 cm lang und hat eine grüne bis braune Farbe. Er ist auffallend breit und setzt weit oben zwischen den gelben Augen an. Da er Ähnlichkeit mit einem Holzschuh hat, erhielt der Vogel seinen besonderen Namen. Der Kopf des Schuhschnabels wirkt im Vergleich zum Körper sehr groß. An der Rückseite trägt er eine kleine Federhaube. Das Gefieder ist größtenteils in verschiedenen Grau-Schattierungen gefärbt. Die schwarzen Beine des Vogels sind lang und dünn.

Schuhschnäbel werden bis zu 50 Jahre alt und zählen damit zu den langlebigsten Wildvögeln der Welt. Die Tiere entwickeln sich allerdings auch nur sehr langsam: So erreicht die Art erst nach 4 Jahren die Geschlechtsreife.

Vorkommen

Das Zuhause des Schuhschnabels liegt in den östlichen, tropischen Gebieten Afrikas. Er lebt in der Nähe von Flüssen und Seen, da er hier seine Nahrung findet. Die Vegetation um diese Wasserstellen darf nicht zu hoch sein, damit der Schuhschnabel seine Umgebung im Blick hat. Während der Brutzeit kann man die meisten Tiere in sumpfigen Regionen in Tansania und Uganda entdecken.

Verhalten und Wissenswertes

In der Luft bewegt sich der Schuhschnabel äußerst elegant. Er fliegt im Segelflug auf einer Höhe von bis zu 500 Metern. Am Boden wirkt es, als würden die Tiere mit ihren stelzenartigen Beinen schreiten. Schuhschnäbel verbringen einen großen Teil ihres Lebens allein, nur zur Paarungszeit finden sie sich zusammen. Auch sonst wird der Vogel nicht gern gestört: Er zieht sich zurück und kommt meist nur in der Dunkelheit aus seinem Versteck. Hat ein Schuhschnabel einen sicheren Platz gefunden, bleibt er für längere Zeit dort.

Auf Nahrungssuche geht der Schuhschnabel an fischreichen Gewässern. Hier fängt er sich beispielsweise den marmorierten Lungenfisch oder den Senegal-Flösselhecht. Doch auch Amphibien, kleine Krokodile, Nagetiere, Schlangen und andere Wasservögel stehen auf dem Speiseplan.

Hat sich zur Paarungszeit ein Schuhschnabelpaar gefunden, wird ein 3 bis 4 Meter großes Nest gebaut. Darin legt das Weibchen zwei bis drei Eier ab, aus denen jedoch nur ein Küken überlebt. Mehr zu dieser besonderen Beziehung zwischen Jungtieren und ihrer Mutter gibt es in diesem Video von BBC Earth:

Die Population des Schuhschnabels geht zunehmend zurück. Sein Lebensraum wird durch den Anbau von Reis und anderen Nahrungsmitteln zerstört. Und auch der illegale Handel mit Eiern bedroht den Vogel. Da Schuhschnäbel erst spät geschlechtsreif werden und nur ein Küken pro Brutsaison groß ziehen, kann sich die Art nur schwer erholen.

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