Sichelstrandläufer – Elegante Kupferbrust

Sichelstrandläufer – Elegante Kupferbrust

Der Sichelstrandläufer ist vor allem in seinem kupferroten Prachtkleid unverwechselbar. Er brütet in der sibirischen Tundra und kommt in der Zugzeit auch an unseren Küsten vor.

Aussehen

Der Sichelstrandläufer ist ein eleganter, langbeiniger Vertreter seiner Art und wird etwa 20 Zentimeter groß. Seinen deutschen Namen verdankt er seinem langen, sanft abwärts gebogenen Schnabel. Im Prachtkleid trägt der Sichelstrandläufer an Kopf, Hals und Brust ein kräftig ziegelrotes Gefieder, welches bei den Weibchen allerdings etwas matter ausfällt. Die Oberseite ist in dieser Zeit schwarz, weiß und rot marmoriert, wobei das Muster in Richtung Schwanz immer gröber wird. Im Schlichtkleid begegnen wir einem viel unauffälligeren Strandläufer mit weißem Bauch und hellgrauem Rücken. In dieser Zeit ist er leicht mit Artgenossen wie dem Alpenstrandläufer oder dem Zwergstrandläufer zu verwechseln. Der Bürzel ist in allen Kleidern weiß und die Beine sind immer schwarz.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche brütet vor allem in den Tundragebieten Sibiriens, nahe der Küste. Er kommt aber auch auf Flussbänken vor, die weiter landeinwärts liegen.

Für den Winter ziehen die Vögel gemeinsam über Kontinentaleuropa und das Mittelmeer bis nach Westafrika. Auf dieser anstrengenden Reise machen sie unter anderem auch in Deutschland Rast, so dass zur Zugzeit die besten Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Mit Glück findet man dann den einen oder anderen Sichelstrandläufer auf Schlickflächen an den Küsten, wo die Vögel nach Nahrung suchen. Dafür nehmen sie sich reichlich Zeit: 80 Prozent ihres Aufenthaltes am Rastplatz, um genau zu sein. Kein Wunder, müssen sie doch insgesamt bis zu 15.000 Kilometer zurücklegen, um in die tropischen Winterquartiere zu gelangen.

Verhalten und Wissenswertes

Sichelstrandläufer ernähren sich von kleinen Muscheln, Schnecken, Borstenwürmern sowie Insekten und deren Larven. Am Brutplatz kommen außerdem noch Schnaken und Zuckmücken hinzu.

Einen Partner finden die meisten Sichelstrandläufer noch vor dem Heimzug, in den Winterquartieren. Als Nest dient eine flache Vertiefung im Boden, die sich meist in der Nähe eines Gewässers befindet. Das Weibchen legt im Juni vier Eier, die von beiden Elternteilen ausgebrütet werden. Bis die Jungen schlüpfen, dauert es rund 20 Tage. Sie sind Nestflüchter und suchen schon bald eigenständig nach Futter.

In seinen kurzen, quietschigen Rufen ähnelt unser Vogel der Woche wieder dem Alpenstrandläufer, allerdings ruft dieser noch etwas tiefer und härter. Während der Balz und der Brut trägt der Sichelstrandläufer mitunter auch richtige Gesänge mit verschiedenen Strophen vor.

 

Foto: Imran Shah (Lizenz CC BY-SA 2.0)

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