Zwergstrandläufer – Kleiner Langstreckenzieher

Zwergstrandläufer – Kleiner Langstreckenzieher

Für den Zwergstrandläufer gibt es immer nur einen kurzen Aufenthalt im nordischen Brutgebiet. Kaum sind die Jungen flügge, geht es zurück in die wärmeren Regionen.

Aussehen

Mit einer Länge von 12 bis 14 Zentimetern und einem Maximalgewicht von 30 Gramm macht der Zwergstrandläufer seinem Namen alle Ehre. Die Beine sind schwarz, der Schnabel ist dunkel, gerade und relativ kurz. Brust und Bauch sind überwiegend weiß. Im Prachtkleid trägt der Zwergstrandläufer eine kräftig rostrote Oberseite mit breiten, schwarzen Stricheln und weißen Federkanten. Diese Rückenzeichnung kann aber bei jedem Tier ein wenig anders aussehen. Den Oberkopf ziert ebenfalls ein feines Strichelmuster; das dunkle Auge ist weiß umrandet. Die rötlichen Wangen gehen in eine weiße Kehle über. Im Schlichtkleid verändert sich vor allem die Rückenzeichnung. Sie ist dann weniger kontrastreich und von der Grundfärbung her eher grau.

Vorkommen

Hauptsächlich brütet unser Vogel der Woche im Norden Skandinaviens und in der sibirischen Tundra. Trotz seiner geringen Größe ist er ein starker Langstreckenzieher und überwintert im Mittelmeerraum, in Südasien sowie in Afrika. Eine kleine Gruppe überwintert aber beispielsweise auch an der Nordsee.

Der Zwergstrandläufer ist ein Brutvogel der arktischen Tundra und hält sich dort meist in der Nähe von Süßwassertümpeln auf. Zur Zugzeit kann man ihn auf Watt- und Schlammflächen im Binnenland sowie an den Küsten antreffen. Gerade ungestörte Sandbänke und Schlickflächen sind dann gute Hotspots, um den winzigen Strandläufer zu beobachten.

Verhalten und Wissenswertes

Bei einer Flügelspannweite von rund 30 Zentimetern ist es bemerkenswert, wie gut der Zwergstrandläufer seine weiten Zugstrecken bewältigt. Der Wegzug beginnt zwischen Juli und Oktober. Erst im Mai und Juni kehren die Vögel dann in ihre Brutgebiete zurück. Sie sind in kleinen Trupps unterwegs und ziehen überwiegend nachts. Der Ruf ist ein hohes „tit“ oder ein kurzes, klopfendes „pit“.

Im Brutgebiet angekommen, legt das Weibchen meist vier Eier in eine flache Bodenmulde. Oft verpaart sich das Weibchen nach dem Eierlegen ein zweites Mal, so dass das Männchen das erste Gelege allein ausbrütet. Die Jungen schlüpfen nach knapp 20 Tagen und sind als Nestflüchter bald in der Umgebung unterwegs. Sie lernen, Schlammflächen und Uferbereiche aufmerksam nach Insekten, kleinen Würmern und Sämereien abzusuchen.

Foto: Ken Billington (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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