Volksbegehren „Rettet die Bienen“ – Wie geht es weiter?

Volksbegehren „Rettet die Bienen“ – Wie geht es weiter?

Das bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat einige Veränderungen im Freistaat losgetreten. Es gibt Hoffnung: für mehr Artenvielfalt und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft.

„Rettet die Bienen“ war in aller Munde und ist nun offiziell das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns. Nicht nur, weil über 1,7 Millionen Bayern (18,4 Prozent der Stimmberechtigten) in überraschender Geschwindigkeit für das Anliegen stimmten. Sondern vor allem, weil die Bayerische Staatsregierung Anfang April erklärte, sie werde den Gesetzentwurf des Volksbegehrens annehmen. Und das praktisch ohne Änderungen – kein Gegenentwurf, kein zusätzlicher Volksentscheid. Das ist ein großer und vor allem zügiger Schritt für mehr Artenvielfalt und Naturschutz in Bayern. Doch wie geht es nun konkret weiter?

Vorbild Bayern

Nach zwei Runden Tischen, mehreren Fachgruppentreffen und ausführlichsten Gesprächen mit den Landwirten sind nun viele Unsicherheiten abgeklärt. Mehrere landwirtschaftliche Organisationen, darunter natürlich der Bauernverband, wirkten an den Diskussionen mit. Am 26. April findet erneut ein Runder Tisch statt, dann werden die Ergebnisse der Fachgruppen präsentiert. Für die Landwirte soll möglichst wenig bürokratischer Aufwand entstehen. Damit Klarheit über die kommenden Veränderungen herrscht, kündigte Ministerpräsident Markus Söder ein Ergänzungsgesetz mit konkreten Vorgaben und Terminen an – zum Beispiel, bis wann im Jahr Wiesen gewalzt werden dürfen.

Sowohl der Gesetzentwurf als auch das Ergänzungsgesetz sollen am 8. Mai im Landtag besprochen werden. Initiatorin Agnes Becker sprach von einem „Etappensieg für den Naturschutz“. Bayern war bisher ein Nachzügler in Sachen Artenvielfalt, nun ist der Freistaat auf der Überholspur und könnte für andere Bundesländer zum Vorbild werden – vielleicht auch für ganz Europa. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Brummen der bayerischen Bienen bis nach Brüssel durchdringt, denn ohne europaweite Veränderungen bleibt die Situation kritisch.

Insekten sind unverzichtbar

Wie wir bereits auf dem Blog berichteten, war „Rettet die Bienen“ vor allem ein Slogan, die Biene fungierte als Wappentier der Bewegung. Sie steht zusammen mit unzähligen anderen Insekten für die Probleme, die durch intensive Landwirtschaft, Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden entstehen. Den Insekten fehlt es auf dem Land an Lebensraum und Nahrung, so dass ihre Zahl immer weiter sinkt. Die Folgen sind verschiedenster Art. Natürlich werden weniger Pflanzen bestäubt, außerdem aber finden auch Vögel und andere Tiere, die sich von Insekten ernähren, nicht mehr genug Nahrung.

Viele Landwirte rücken den Insekten auf ihren Feldern mit Gift zu Leibe, damit sie ihnen nicht die Ernte wegfressen. Allerdings sind Insekten längst nicht nur schädlich, sondern „sytemrelevant“: Sie sorgen dafür, dass das Ökosystem im Gleichgewicht bleibt und ermöglichen so auch die Landwirtschaft. Wusstet ihr, dass die Biene als fleißige Bestäuberin das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein ist? Viele Insekten fressen außerdem andere Insekten und betreiben dadurch natürlichen Pflanzenschutz. Außerdem erhalten die kleinen Tierchen die Bodenfruchtbarkeit und fördern die Entstehung von Humus.

Bei GEO findet ihr die wesentlichen Forderungen des Volksbegehrens nochmal im Überblick. Der NABU erklärt in zahlreichen Texten und Videos, wie jeder einzelne den Insekten helfen kann. Auf YouTube findet ihr zum Beispiel eine Anleitung für ein hübsch blühendes Bienenbuffet.

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