Sperlingskauz – Mini-Eule mit Tonleiter

Sperlingskauz – Mini-Eule mit Tonleiter

Der Sperlingskauz brütet zwar eher im Norden Europas, aber wer Glück hat, der kann der 17 Zentimeter kleinen Eule auch in deutschen Gebirgswäldern begegnen.

Aussehen

Der Sperlingskauz ist die kleinste Eule Europas. Er misst etwa 17 Zentimeter und wird damit nur so groß wie ein Star. Klingt niedlich? Ist es auch.

Der Kopf ist klein und rund, der Körper wirkt insgesamt eher gedrungen. Das Gefieder am Rücken ist dunkelbraun mit kleinen weißen Flecken. Brust und Bauch sind weiß mit zarten, braunen Streifen. Das Gesicht ist insgesamt eher dunkel und zeigt ein unterschiedlich ausgeprägtes, helles Tüpfelmuster. Über den gelben Augen befinden sich weiße „Augenbrauen“, die der kleinen Eule oft einen strengen Blick verleihen. Der braune Schwanz zeigt weiße Querbinden und ragt im Sitzen deutlich über die Flügelspitzen hinaus. Im Flug offenbaren sich die hellen, braun gebänderten Flügelunterseiten.

Vorkommen

Der Sperlingskauz ist recht weit verbreitet. Er brütet vor allem in Skandinavien, von dort zieht sich das Brutgebiet ostwärts bis nach Sibirien und Nordchina. In Mitteleuropa sind sie auch vertreten, allerdings vor allem in Gebirgsregionen. In Deutschland sind daher zum Beispiel der Schwarzwald, Bayerischer Wald, Böhmerwald, Fichtelgebirge, Thüringer Wald und das Erzgebirge interessante Beobachtungsgebiete. Auch in der Sächsischen Schweiz und im Harz kann man den Mini-Eulen mitunter begegnen.

Sperlingskäuze fühlen sich in naturnahen, abwechslungsreichen Wäldern am wohlsten. Die Baumarten sind nicht ganz so entscheidend, es zählt vor allem die Struktur. Die Bäume sollten nicht zu dicht stehen, kleine Lichtungen und Moore sind gern gesehen. Außerdem sind morsche, alte Bäume mit Astlöchern und Höhlen wichtig. Der kleine Kauz lässt sich gern auf hohen Warten nieder und brütet oft in der Nähe von Gewässern.

Verhalten und Wissenswertes

Unsere Vögel der Woche benutzen für die Brut meist alte Höhlen von Spechten. Ideale Höhlen haben ein kleines Einflugloch und verlaufen im Baum abwärts, damit keine Fressfeinde wie Marder an die Jungvögel herankommen. Das Weibchen trägt kein Nistmaterial herein, sondern polstert die Höhle mit den eigenen Daunenfedern. Es ist allein für die Brut verantwortlich und bekommt vom Männchen Futter. Die Übergabe findet allerdings im Freien statt, nur sehr selten kommt auch das Männchen in die Höhle. Während der Brut hält das Männchen an der Höhle Wache und greift Störenfriede jeder Größe tapfer an. Die Nestlinge schlüpfen gleichzeitig und verlassen die Höhle nach gut einem Monat. Auch danach werden sie noch von ihren unermüdlichen Eltern gefüttert.

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Trotz ihrer geringen Größe sind Sperlingskäuze geschickte Jäger. Sie ernähren sich von verschiedenen Mäusen, aber auch von Kleinvögeln wie Finken und Meisen, welche sie im Flug verfolgen. Im Winter und zur Brutzeit legen sie sich Nahrungsvorräte an, oft in Baumhöhlen. Diese Vorräte gefrieren schnell, so dass die Käuze sie mit ihrer eigenen Körperwärme wieder auftauen müssen, wenn sie Hunger haben.

Da sie so klein sind, haben Sperlingskäuze eine ganze Menge Feinde. Den größeren Eulen weichen sie aus, indem sie nicht spät nachts, sondern in der Dämmerung aktiv sind. Dann sitzen sie oft hoch oben auf der Spitze einer Fichte und heben dabei den Schwanz an. Sehr gerne nehmen sie mit aufgeplustertem Gefieder Sonnenbäder oder setzen sich in den Regen, um das Gefieder zu säubern.

Die männlichen Sperlingskäuze sind für ihre Revierrufe bekannt, die oft wie eine kleine Tonleiter ansteigen. Die einzelnen Töne klingen wie ein helles, flötendes Pfeifen. Die Weibchen wiederum geben lange, dünne „ziiiiih“-Rufe von sich.

Titelbild:Frank Vassen (Lizenz CC BY SA 2.0)

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