Nationalpark Harz – Rückzugsort für bedrohte Arten

Nationalpark Harz – Rückzugsort für bedrohte Arten

Rund um den sagenumwobenen Brocken erstreckt sich der Nationalpark Harz, einer der größten Nationalparks Deutschlands. In seinem rauen Klima blühen andernorts seltene Arten auf. Welche Naturschönheiten und welche Tiere verbergen sich hinter dem dichten Nebel?

Ein Stück Island mitten in Deutschland

Der Nationalpark Harz ist in eine ungewöhnliche Atmosphäre getaucht. Auf dem mythischen Berg inmitten des Parks, dem Brocken, herrscht ein Klima, wie man es sonst in Europa nur in Island findet. In der schroffen, nur von Granitklippen und Bergbächen durchbrochenen Landschaft wuchert eine tundrenartige Heidevegetation. An etwa 300 Tagen pro Jahr regnet oder schneit es, meist gepaart mit dem typisch dichten Nebel des Harzes.

Mit seinen 247 Quadratkilometern ist der Nationalpark Harz einer der größten Waldnationalparks in Deutschland. Seine Fläche in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt umfasst rund 10 Prozent des gesamten Harzes. Der Nationalpark erstreckt sich von Herzberg im Süden bis Bad Harzburg und Ilsenburg im Norden. Da der Harz neben seiner Moore zu großen Teilen von Fichten und Buchen bewaldet ist, stellt er einen wichtigen Zufluchtsort für bedrohte Arten dar.

Vogelbeobachtung im Nationalpark Harz

In den nebligen Wäldern des Nationalparks Harz findet sich eine vielfältige Fauna. Durch die Größe und Beschaffenheit des Harzes bedingt konnten hier verschiedene bedrohte Arten wieder angesiedelt werden. Der Luchs zum Beispiel konnte lange nach seinem Aussterben in der Region im letzten Jahrzehnt wieder im Harz ausgewildert werden. Auch die Wildkatze ist in diesem Lebensraum verbreitet.

Nicht ganz so gut verlief die Auswilderung des Auerhuhns im Nationalpark Harz. Der Versuch der Ansiedlung von 1978 bis 2003 verlief leider mit eingeschränktem Erfolg. Allerdings kann man diese bedrohte Vogelart im Auerhuhn-Schaugehege im Südharz beobachten. Die Assoziation des Auerhahns mit dem Harz nutzt auch die Biermarke Hasseröder.

Für viele andere Arten bietet der Nationalpark Harz einen willkommenen Rückzugsort. Schwarzstorch, Eichelhäher und Uhu sind hier keine Seltenheit; auch der Wanderfalke fühlt sich in den Felsspalten der typischen Granitklippen wohl. In den Tiefen der Harzer Fichtenwälder lassen sich Ringdrossel, Haubenmeisen, Erlenzeisige und Waldbaumläufer beobachten. Da es sich beim Nationalpark Harz um eine der wasserreichsten Regionen Deutschlands handelt, haben sich hier auch Wasservögel wie die Wasseramsel und der Eisvogel angesiedelt. Manche Arten, wie der seltene Sperlingskauz, kehrten sogar von selbst, ohne menschliche Einwirkung, in ihren ursprünglichen Lebensraum zurück.

Eintauchen in den mystischen Harz

Der Brocken hat Besuchern einige besondere Reize zu bieten: Typisch sind etwa Halos, kreisförmige Lichteffekte, die durch Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen. Noch mystischer wird es mit dem so genannten „Brockengespenst“, einem optischen Effekt, bei dem der Schatten des Beobachters auf eine Wolke oder Nebelwand fällt, sodass es so wirkt, als würde der Schatten sich eigenständig bewegen. Der Begriff ist von Johann Wolfgang von Goethe geprägt, der das Phänomen auf einer seiner Wanderungen beobachtete.

In den Museen und Nationalparkhäusern im Nationalpark Harz kann man sich über Geschichte, Geologie, Flora und Fauna dieser Region informieren. Schön verbinden lässt sich das mit Wanderungen rund um Lonau, den Oderteich oder entlang des Rehberger Grabens. Im Sommer kann in den stehenden Gewässern des Parks auch gebadet werden.

Der Nationalpark Harz ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Mit der Deutschen Bahn gelangt man über die Haltepunkte Wernigerode, Bad Harzburg, Ilsenburg und Herzberg am Harz in den Park.

Foto: © Luise / pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Nadine Klotz 30. April 2017 um 19:56 Uhr

    Guten Tag
    Ich habe eine außergewöhnliche Frage. Und zwar habe ich im Harz einen Singvogel gesehen, der mir nicht bekannt ist – und ich kenne wirklich sehr viele Singvögel. Ich konnte ihn leider auch nicht im Internet recherchieren. Könnten Sie mir eventuell jemanden empfehlen, der hier im Harz bei den Singvögeln gut bescheid weiß? Telefon oder Email?
    Das würde mich sehr freuen.
    Vielen Dank und mit freundlichem Gruß
    Nadine Klotz
    Tel. 0170/5820434

  2. Nadine Klotz 30. April 2017 um 20:04 Uhr

    Hallo noch mal
    Habe es jetzt doch herausgefunden. Es war ein Fichtenkreuzschnabel

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