Sturmmöwe – Geselliges Gelbbein

Sturmmöwe – Geselliges Gelbbein

Die Sturmmöwe ist ein geselliger Koloniebrüter und besiedelt vor allem die nördlichen Küsten. Von ihrem hellen Gefieder heben sich die Beine und der Schnabel in Gelb ab.

Aussehen

Die Sturmmöwe ist eine eher zierliche Vertreterin ihrer Art. Mit etwa 45 Zentimetern Körperlänge ist sie größer als die Lachmöwe, aber deutlich kleiner als die Silbermöwe. Das Brutkleid zeichnet sich durch eine bläulich graue Oberseite aus. Kopf, Hals, Bauch, Bürzel und Schwanz sind hingegen weiß. Am Ende der Flügel findet sich eine schwarze Färbung mit weißen Spitzen. Schnabel und Beine sind gelb, wobei die Färbung von Vogel zu Vogel etwas unterschiedlich ausfallen kann. Bei den erwachsenen Vögeln sehen Männchen und Weibchen gleich aus. Jungvögel haben insgesamt eine bräunlich grauere Färbung und noch keine gelben Schnäbel und Beine.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Sturmmöwe erstreckt sich über den Norden Europas, Asiens und Amerikas. Meist ist sie dort an den Küsten zu finden, seltener an Binnengewässern. Was Europa betrifft, kommt die Art vor allem auf Island, den Färöer-Inseln und in fast ganz Fennoskandinavien vor. Auf den Britischen Inseln besiedelt sie vor allem die nördliche Hälfte. Auch an den Küsten der Ostsee in Dänemark, Deutschland, Polen und dem Baltikum gibt es größere Vorkommen. In Frankreich und Portugal lassen sich immer wieder vereinzelte Bruten feststellen.

Sturmmöwen sind Zugvögel, allerdings keine Langstreckenzieher. Für die Wintermonate reicht ihnen eine Tour ins südliche Binnenland. Die europäische Population fliegt höchstens bis in die Mittelmeerregion.

Verhalten und Wissenswertes

Sturmmöwen fressen beinahe alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Neben Insekten, Würmern, Schnecken und kleinen Fischen sind das auch Pflanzen oder Essensabfälle von uns Menschen. Deshalb sieht man sie immer wieder auch auf Mülldeponien oder in Städten. Gerne fallen sie auch auf Äckern und Feldern ein und suchen dort nach Nahrung.

Sturmmöwen sind sehr gesellige Vögel und finden sich vor allem für die Brut in großen Kolonien zusammen. Da kann es schon mal ordentlich laut werden! Ihre Nester bauen sie am liebsten in erhöhten Positionen, also zum Beispiel an Klippen und Steilküsten. Manche Kolonien wurden auch schon auf Dächern oder Bäumen beobachtet. Beide Partner bauen gemeinsam aus Gräsern, Ästen und Moosen ein flaches Nest am Boden. Im April legt das Weibchen zwei bis vier Eier, die von beiden Altvögeln ausgebrütet werden. Diese Prozedur dauert einen knappen Monat. Während dieser Zeit achtet die Kolonie gemeinsam auf mögliche Bedrohungen durch Fressfeinde. Gefahren wie schlechte Witterung und Überflutung müssen durch einen möglichst guten Niststandort abgeschwächt werden. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen nur noch vier Tage im Nest, danach geht es schon auf Erkundungstour.

 

Foto: Gregory „Slobirdr“ Smith (Lizenz CC BY-SA 2.0)

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