Tannenhäher – Geburtshelfer des Waldes

Tannenhäher – Geburtshelfer des Waldes

Tannenhäher sind scheue Vögel, die ihr Leben im Wald verbringen und dabei eine ganz besondere symbiotische Beziehung pflegen. Im Herbst könnt ihr ihnen aber auch am Haselnussstrauch im Garten begegnen.

Aussehen

Der Tannenhäher wird mit 33 Zentimetern etwa so groß wie der Eichelhäher, sein Gefieder ist aber nicht ganz so kontrastreich. Er zeichnet sich durch eine dunkle Färbung auf dem Kopf und an den Flügeln aus. Der auffallend kurze Schwanz ist ebenfalls dunkel, hat aber eine weiße Endbinde, die im Flug besonders gut zu erkennen ist. Der Bürzel ist ebenfalls weiß. Rücken, Brust und Bauch sind beim Tannenhäher braun mit einem weißen, tropfenähnlichen Muster. Das sorgt dafür, dass ihn viele Beobachter zunächst für einen sehr großen Star halten. Zwischen dem Auge und dem recht langen, schlanken Schnabel befindet sich oft ein weißer Fleck.

Vorkommen

Was das Verbreitungsgebiet angeht, sind Tannenhäher sehr eng an Nadelwälder mit Fichten und Zirbelkiefern gebunden. Sie kommen in Skandinavien sowie im Baltikum, in Polen und über Sibirien bis nach China und Japan vor. In Deutschland kann man sie in den Mittelgebirgen und im Alpenraum antreffen.

Im Herbst wagen sich die Vögel aber auch in flachere Gebiete und kommen in die Gärten, um nach Haselnüssen zu suchen. In dieser Zeit verlieren sie auch einen Teil ihrer sonstigen Scheu und lassen sich gut beobachten.

Verhalten und Wissenswertes

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, warum die Tannenhäher so sehr auf bestimmte Baumarten angewiesen sind. Das liegt daran, dass sie im Sommer und Herbst große Nahrungsvorräte anlegen, die aus den Samen dieser Bäume bestehen. Vor allem die robuste Zirbelkiefer liefert den Vögeln reichlich Futter für die kalte Jahreszeit. Das Verfahren ist ebenso einfach wie genial. Der Tannenhäher sucht sich eine eher wenig bewachsene Stelle und hackt ein Loch in den Boden, welches er durch das Aufsperren des Schnabels noch vergrößert. Anschließend füllt er das Loch mit Zirbel- und Haselnüssen, die er in seinem Kehlsack unter der Zunge transportieren kann.

Von dieser Strategie profitiert übrigens auch der Wald. Denn ein Tannenhäher legt so viele Depots an, dass er im Verlauf des Winters nicht zu allen zurückkehrt. Die Samen, die in den Verstecken bleiben, treiben aus und werden zu neuen Bäumen. Ohne die Vögel könnte sich die Zirbelkiefer so gut wie gar nicht verbreiten, denn ihre Samen sind zu schwer, um vom Wind getragen zu werden. Das macht die Tannenhäher zu natürlichen und extrem nützlichen Förstern.

Auch für die Brut bleibt unser Vogel der Woche seinen Lieblingsbäumen treu. Hoch oben in den Fichten und Zirbelkiefern baut er, nah am Baumstamm, sein Nest. Schon im März und April legt das Weibchen drei bis fünf Eier. Beide Elternteile bebrüten die Eier knapp 20 Tage lang, bis die Jungen schlüpfen und noch einen weiteren Monat im Nest verbringen.

Die Stimme des Tannenhähers ist ein regelmäßiges, heißeres Krächzen. Der Gesang fällt weniger auffällig aus und klingt eher wie ein leises Schwatzen.

Foto: kuhnmi (Lizenz: CC BY 2.0)

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