Der Terekwasserläufer – Kleiner Kämpfer mit langem Schnabel

Der Terekwasserläufer – Kleiner Kämpfer mit langem Schnabel

Der Fluss Terek am Nordostrand des Kaukasus ist der Ort, an dem der Terekwasserläufer das erste mal gesichtet wurde. Dort trifft man ihn heute nicht mehr an – Den Namen hat der Vogel jedoch trotzdem behalten.

Aussehen

Innerhalb der Familie der Schnepfenvögel ähneln sich Terekwasserläufer, Flussuferläufer und Bruchwasserläufer sehr. Jedoch können die Arten anhand verschiedener Merkmale an den Beinen und am Schnabel auseinander gehalten werden. Im Vergleich zu anderen Wasserläufern erreicht der Terekwasserläufer mit rund 25 cm Länge eine mittlere Größe.  Er hat gelbe bis orangene, stelzenartige Beine und einen langen, dünnen Schnabel. Dieser ist auffällig nach oben gebogen und weist eine farbliche Zweiteilung auf: Der obere Teil des Schnabels ist schwarz, während der untere Teil orange gefärbt ist. Das Gefieder am Rücken und an den Hauptschwingen ist braun bis grau, mit kleinen schwarzen Flecken. Auch Kopf und Hals sind braun gemustert, während der Brust- und Bauchbereich von weißer Farbe ist. Auffällig sind die weißen Augenringe und ein schwarzer Streifen, der sich vom Schnabel auf Augenhöhe bis zum Nacken zieht.

Vorkommen

Anders als der Name vermuten lässt brütet der Terekwasserläufer nicht am Terek, einem Fluss, der in das Kaspische Meer mündet. Man findet ihn eher im Norden Russlands, in Lettland, Weißrussland und in der Ukraine. In Mitteleuropa ist der Wasserläufer ein seltener Gast. Er überwintert an den tropischen Küsten Ostafrikas, Südasiens und Australiens.

Am liebsten hält sich der Terekwasserläufer in der Nähe von Seen oder Flüssen sowie anderen Feuchtgebieten auf. Denn hier findet er ausreichend Nahrung, und kann mit anderen Wasserläufern in Kolonien leben.

Verhalten und Wissenswertes

Auf dem Speiseplan des Terekwasserläufers stehen zahlreiche Wasserinsekten, kleine Krebse, Schnecken und Muscheln. Er watet durch die flachen Uferzonen und stochert mit seinem langen Schnabel im Schlamm nach Nahrung. Neben dieser Form der Nahrungssuche kann der Terekwasserläufer bis zu 5 cm tief tauchen, oder flach über das Wasser fliegen und dabei nach Fischen schnappen.

Zur Brutzeit geht der Vogel eine monogame Ehe ein. Das Männchen umwirbt das Weibchen singend und mit tänzerischen Bewegungen. Auf vogelwarte.ch könnt ihr euch den Gesang des Vogels anhören. Gebrütet wird jedoch nicht einzeln, sondern in Kolonien zusammen mit anderen Wasserläufern. Bevorzugte Brutplätze sind dabei feuchte Wiesen oder sandige Uferzonen. Hier gräbt das Männchen mehrere tiefe Mulden, aus denen sich die Partnerin eine aussucht und drei bis vier Eier hineinlegt. Das Terekwasserläuferpärchen zieht den Nachwuchs gemeinsam groß.

Spannend zu beobachten ist das Verhalten des Männchens, wenn es das Revier verteidigt. Dafür läuft es geduckt und mit gefächertem Schwanz auf den Eindringling zu und gibt schrille Laute von sich, was als Drohlaufen bezeichnet wird. Will der Feind nicht weichen, kommt es zu erbitterten Kämpfen.

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