Weidenammer – Bedrohte Weltenbummlerin

Weidenammer – Bedrohte Weltenbummlerin

Von hinten könnte man die Weidenammer für einen Sperling halten. Dreht sie sich dann allerdings um, räumt der knallige gelbe Bauch jeden Zweifel aus. Allerdings ist der hübsche Vogel mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Aussehen

Die Weidenammer gehört zur Familie der Sperlingsvögel, ist also eher klein und zierlich. Vor allem die Männchen fallen durch ihren leuchtend gelben Bauch auf. Der Kopf ist schwarz und geht in Richtung Rücken in ein sattes Braun über. Auf der Brust trägt das Männchen ein schmales braunes Band, das dem etwas blasseren Weibchen fehlt. Die Flügel sind hellbraun grundiert und darüber schwarz-weiß getupft. Der dunkle Schnabel ist eher klein und läuft spitz zu.

Vorkommen

Als Zugvogel passt die Weidenammer ihren Aufenthaltsort den Jahreszeiten an. Im Sommer ist sie vor allem in Finnland, Sibirien und dem Norden Russlands zu finden. Den Winter verbringt der kleine Vogel in Indien, Südchina und Südostasien. In Deutschland kann man am ehesten auf Helgoland Glück haben.

Noch 1980 war der Bestand der Weidenammer mehr als stabil, doch innerhalb von 33 Jahren (1980-2013) brach er dramatisch ein. Weltweit soll es nur noch an die 100 Paare geben, aus Russland ist der Singvogel praktisch komplett verschwunden.

Was ist passiert? In China gelten Vögel wie die Weidenammer als Delikatesse und werden zu tausenden mit Netzen gefangen. Zwar ist das seit 1997 offiziell verboten, doch nun wird der Schwarzmarkt immer größer. Auch in Ägypten werden erschöpfte Vögel gefangen. Wenn die Jagd allerdings nicht eingedämmt werden kann, droht dem gelben Vögelchen in einigen Jahren wahrscheinlich die Ausrottung. Auch andere Singvogelarten sind von dieser Gefahr betroffen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Die Weidenammer tummelt sich im Sommer gern auf saftigen Wiesen mit einigen Büschen, die ihr Schutz bieten können. Generell bevorzugt sie freies Gelände und ist daher auch in Steppen zu finden. Ihr Gesang ist ein liebliches, schnelles Tschilpen. Sie brütet am Boden und stellt ihr Nest vor allem aus dichtem Pflanzengeflecht und Gras her, damit es inmitten von Büschen so gut wie möglich getarnt ist.

Foto: Sham Edmond (Lizenz: CC BY 2.0 – Bildausschnitt vom Original geändert) / flickr.com

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