Zwergdommel – kleine Röhrichtbewohnerin

Zwergdommel – kleine Röhrichtbewohnerin

Im Schilfdickicht eines kleineren Gewässers ist die Zwergdommel in ihrem Element und kann sich meisterhaft tarnen. Trotzdem ist der Bestand dieses kleinen Reihers in Deutschland gefährdet.

Aussehen

Wie ihr Name schon vermuten lässt, ist die Zwergdommel die kleinste Art ihrer Familie, der Familie der Reiher. Sie wird etwa 30 cm groß und entspricht damit einem mittelgroßen Rabenvogel.

Männliche Zwerdommeln haben ein schwarz-grünliches Muster auf Rücken, Schultern und Schwanz. Nacken, Brust und Bauch hingegen tragen ein cremiges, unauffälliges Gelb, das auch leicht ins Bräunliche übergehen kann.

Beim Weibchen ist die Rückenseite eher braun, die gelben Bereiche sind weniger kräftig gefärbt und tragen ein braunes Streifenmuster. Beine und Schwanz sind im Verhältnis zum Körper mittellang und kräftig. Der Hals ist eigentlich recht lang, wird aber meist in den Nacken eingezogen.

Vorkommen

Die Zwergdommel ist in den meisten Teilen Europas und im westlichen Asien verbreitet, allerdings nimmt der Bestand vor allem in Deutschland und Mitteleuropa immer mehr ab. Zwergdommeln sind Langstreckenzieher und verbringen den Winter in den mittleren und südlichen Regionen Afrikas.

Kleinere Gewässer mit dichten Gürteln aus Schilf und anderen Gewächsen sind für die Zwergdommel ideal. Bei genügend Nahrung und Brutmöglichkeiten werden aber auch Sümpfe, Torfmoore oder Auwälder angenommen. Wichtig ist, dass sie sich zwischen den Schilfrohren verstecken kann.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Die deutschen Bundesländer mit den meisten Zwergdommeln sind Baden-Württemberg und Brandenburg. Auch im Mohrhofweihergebiet im Norden Bayerns kann der kleine Reiher noch beobachtet werden. Doch selbst wenn ihr euch in einem Zwergdommel-Gebiet befindet, ist es noch ein weiter Weg bis zur Beobachtung.

Denn Zwergdommeln sind so scheu, dass sie sich meisterlich tarnen können. Wie ihre Verwandten, die Rohrdommeln, können sie im Schilf eine so genannte „Pfahlstellung“ einnehmen. Dabei recken sie Kopf und Hals senkrecht in die Höhe und halten ganz still. Dank ihres gelblichen, braun gemusterten Bauchgefieders sind sie dann zwischen den ähnlich gefärbten Schilfrohren kaum noch zu erkennen. Die kleinen Vögel sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Werden sie aufgeschreckt, fliegen sie mit s-förmig gekrümmtem Hals kurz über das Schilf, lassen sich aber möglichst schnell wieder in seinen Schutz nieder.

Zur Nahrung der Zwergdommel gehören vor allem Fische. Außerdem verspeist sie Insekten, Frösche, Würmer, Schnecken und sogar Eier und Jungvögel anderer Vogelarten.

Während der Balz, die im März und April beginnt, sitzen vor allem die Männchen öfter weiter oben im Schilf und können so besser beobachtet werden. Sie präsentieren sich dort den Weibchen und bauen auch die Grundstrukturen des Nestes allein. Ein Weibchen sucht sich dann einen Neststandort (inklusive Männchen) aus und führt den Ausbau mit ihrem neuen Partner fort.

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