Zwergmöwe – Kleine Flugkünstlerin

Zwergmöwe – Kleine Flugkünstlerin

Wie ein schwarz-weißer Blitz huscht die Zwergmöwe an Seen und Meeresküsten über das Wasser, immer auf der Suche nach dem nächsten Leckerbissen.

Aussehen

Wie ihr Name schon sagt, ist die Zwergmöwe die kleinste Vertreterin ihrer Familie: Sie wird etwa 25 Zentimeter lang. Im Prachtkleid sind der Rücken und die Flügel (oberseits) hellgrau, der Schwanz ist weiß. Brust und Bauch sind ebenfalls weiß und können manchmal ein ganz leichtes Rosa enthalten. Die Unterseite der Flügel, die man im Flug natürlich am besten sieht, ist dunkelgrau bis schwarz. Am meisten fallen die leuchtend roten Beine und der komplett schwarze Kopf auf. Diese Kopffärbung ist im Schlichtkleid nicht vorhanden! Stattdessen zeigt der überwiegend weiße Kopf dann einen schwarzen Ohrfleck und einen grauen Scheitel. Männliche und weibliche Tiere sind gleich gefärbt.

Vorkommen

Seinen Schwerpunkt hat das Brutgebiet der Zwergmöwe im Westsibirischen Tiefland. Sie brütet außerdem in Skandinavien, im Baltikum und vereinzelt auch an den großen Seen Nordamerikas. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es auch immer wieder Brutnachweise aus Mitteleuropa. In Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile regelmäßig besetzte Brutplätze bekannt, darunter der Anklamer Stadtbruch. Auch am Genfersee in der Schweiz tritt sie Ende April in großen Gruppen auf, allerdings als Zugvogel.

Den Winter verbringt die Zwergmöwe an mediterranen Küsten, zum Beispiel am Mittelmeer, Schwarzen Meer und Kaspischen Meer, aber auch an der europäischen Küste des Atlantiks.

Verhalten und Wissenswertes

Die Zwergmöwe ist eine sehr geschickte Fliegerin. In anmutigen Manövern tanzt sie durch die Luft über der Wasseroberfläche, um Fluginsekten zu erbeuten. Dazu fliegt sie oft weit auf den See hinaus, so dass sie ohne Fernglas kaum noch zu sehen ist. Ihre Flugfähigkeiten ermöglichen es ihr, sogar kleinste Insekten wie Stech- oder Zuckmücken aus der Luft zu schnappen, die nur wenige Zentimeter über dem Waser fliegen. Am häufigsten frisst sie aber Köcherfliegen, Kleinlibellen und größere Mücken. Während des Herbstzuges ernährt sich unser Vogel der Woche vor allem von kleinen Fischen.

An den Seen, Teichen, Mooren und Meeresbuchten, an denen die Zwergmöwe brütet, findet sie reichlich Nistmaterial. Dazu gehören vor allem Schilf, Röhricht und Wasserpflanzen. Die Nester schwimmen meist auf dem Wasser und sind so vor den meisten Feinden geschützt. Manchmal nistet die Zwergmöwe auch in den alten Nestern anderer Wasservögel. Das Weibchen legt im Mai durchschnittlich drei Eier und teilt sich die Brutpflichten mit ihrem Partner. Nach dem Schlüpfen brauchen die Jungen gut 20 Tage, um flügge zu werden.

Titelbild: Ekaterina Chernetsova (Lizenz CC BY 2.0)

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