Vogelbeobachtung am Stilleking

Vogelbeobachtung am Stilleking

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Stilleking im Ebbegebirge fühlen sich Vögel, Heckrinder und seltene Pflanzen gleichermaßen wohl.

Vögel statt Panzer

Der Stilleking ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz im Süden der Stadt Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. Er liegt mitten in der abwechslungsreichen Landschaft des Ebbegebirges. Wer heute hierher kommt, kann sich schwer vorstellen, dass hier jahrzehntelang schwere Panzer über den Boden rollten. Das Militär nutzte das Gebiet ab den 1930er Jahren, erst Anfang der 1990er Jahre wurde der Betrieb aufgegeben. Die Truppen- und Panzerübungen machten den Stilleking zu einer ganz besonderen Landschaft. Auf dem zerwühlten Boden konnten sich Borstgraswiesen entwickeln. Weil natürlich auch kein Dünger auf die Flächen kam, verwandelten sie sich in ausgedehnte Magerweiden und Zwergstrauchheiden. Besenheide, Feldthymian Färberginster prägen das Bild, immer wieder unterbrochen von Steilhängen und kleinen Waldstücken.

Vogelarten des Stilleking

Zum Glück erkannte man den Wert dieses zufällig geschaffenen Naturparadieses und stellte es unter Schutz. Zu den prominentesten Brutvögeln des Gebietes zählt der scheue Wiesenpieper. Auf dem Stilleking hat sich der Bodenbrüter einen ganz besonderen Nistplatz ausgesucht: eine Weide voller Heckrinder. Sie fungieren als natürliche „Rasenmäher“ und halten Gräser und Gehölze kurz. So bleibt ihre 60 Hektar große Weide für Bodenbrüter attraktiv.

Kein Wunder also, dass sich auch Feldlerchen und Baumpieper wohlfühlen. Die offene Landschaft mit den verstreuten Büschen lockt Neuntöter , Bluthänflinge und Raubwürger an. Zu den Zugzeiten nutzen Ringdrosseln und Steinschmätzer den Stilleking als Rastplatz. In den Waldgebieten klopfen verschiedenste Spechte (vor allem der Schwarzspecht), ab und zu begleitet von Fichtenkreuzschnäbeln.

Den Stilleking entdecken

Besonders zur Brutzeit im April und Mai ist der ehemalige Truppenübungsplatz einen Besuch wert. Nicht nur, weil die Artenvielfalt dann am höchsten ist, sondern auch wegen der prächtig blühenden Pflanzenwelt. Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten auf dem Wanderparkplatz unterhalb des Homertturms ab. Hier beginnt der gut sechs Kilometer lange Rundweg „Ochsentour“. Er führt direkt zum Stilleking und dort einmal um die Weide der Heckrinder herum. Es lohnt sich, diese Runde in aller Ruhe zu gehen und dabei immer mal wieder anzuhalten. Mit dem Fernglas lassen sich das Panzerübungsgelände und die Waldränder gut nach Vögeln absuchen.

 

Foto: Von Ökologix – Eigenes Werk  (CC BY-SA 3.0), Farbanpassungen und Zuschnitt

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