Ursprung neuen Lebens: Das Vogelei

Ursprung neuen Lebens: Das Vogelei

Das Vogelei kann die verschiedensten Farben und Formen haben und steckt voller Geheimnisse. Einige haben wir uns näher angeschaut.

Anzahl und Größe

Wie viele Eier eine Vogelart legt, ist nicht dem Zufall überlassen. Je langlebiger eine Art, desto weniger Eier legt sie. Der Eissturmvogel beispielsweise hat eine Lebenserwartung von vierzig Jahren, wird erst mit neun Jahren geschlechtsreif und legt ein Ei pro Jahr. Dagegen legt die kurzlebige Blaumeise bis zu fünfzehn Eier auf einmal! Bei manchen Arten hängt die Anzahl der Eier auch vom Nahrungsangebot ab. In guten Mäusejahren legt eine Sumpfohreule bis zu vierzehn Eier. Ist das Nagetier-Angebot hingegen schlecht, gibt es nur wenige Eier oder die Eule beginnt gar nicht erst mit der Brut.

Auch die Größe der Eier hängt natürlich von der Vogelart ab. Die Bienenelfe, ein auf Kuba lebender Kolibri, ist der kleinste Vogel der Welt und legt auch die kleinsten Eier: Sie messen 6,3 Millimeter. Beim Wintergoldhähnchen, dem kleinsten Vogel Deutschlands, werden die Eier 13,6 Millimeter lang. Das schwerste Ei weltweit legt der Strauß: Es wiegt etwa 1,5 Kilogramm und wird 15 Zentimeter lang. Die verschiedenen Farben und Maserungen sorgen dafür, dass die Eier vor Feinden getarnt sind und von den Vogeleltern erkannt werden.

Das Vogelei: Ein durchdachter Minilebensraum

Das Ei entwickelt sich meist nachts im Vogelkörper. Um die stabile Schale ausbilden zu können, brauchen die Vogelweibchen jede Menge Kalzium. Eine Blaumeise etwa benötigt oft mehr Kalzium, als in ihrem ganzen Skelett vorhanden ist. Daher sieht man die kleinen Vögel im Frühling oft an Schneckenhäusern knabbern, um den wichtigen Rohstoff zu gewinnen.

Damit sie ihre Eier optimal wärmen können, fallen vielen Vogeleltern zur Brutzeit Federn am Bauch aus. So können sie ihre Wärme direkt über die Haut auf das Ei übertragen. Winzige Vögel wie das Wintergoldhähnchen sind allerdings zu klein, um alle Eier zu wärmen. Ihr Trick: Sie pumpen mehr Blut in ihre Beine, die sie dann wie kleine Heizklammern um die Eier legen.

Weil auch Vogelembryos atmen müssen, ist die Eierschale sozusagen durchlöchert. Hunderte hauchdünne Porenkanäle bilden eine Verbindung zwischen der Außenwelt und dem Inneren des Eis. So kommt Sauerstoff hinein und Kohlendioxid und Wasserdampf nach draußen. Am stumpfen Ende des Eis bildet sich eine Luftkammer, die das Küken kurz vor dem Schlüpfen anpickt. Dies ist auch der Moment, in dem der Jungvogel zum ersten Mal durch die Lunge und nicht mehr durch die Blutgefäße atmet.

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